Foto-: Archiv Robben
Dieses Thema soll von verschiedenen Seite beleuchtet werden: Das nachfolgende Beispiel zeigt allerdings eine “häufig” auftretende Zäsur.
Leon Holling ist auf einem Bauernhof in Schapen im südlichen Emsland aufgewachsen.
Seine Situationsbeschreibung zum Gebrauch der plattdeutschen Sprache der 20- bis 30-Jährigen jungen Erwachsenen entspricht den persönlichen Erfahrungen sowohl in meinem dörflichen Umfeld als auch den Ergebnissen von Befragungen am Rande von 129 Vorträgen zum Heuerlingswesen in gesamten Nordwesten.
Kurzvita:
aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Heinz_Rolfes
Stand 2017
Gerade diese Aktivitätenliste zeigt das enorme Engagement dieses Politikers und Netzwerkers. Auch durch seine dörfliche und berufliche Herkunft ist Heinzi, wie er vertrauensvoll genannt wird, dafür bekannt, kurz und ungeschminkt (emsländisch verdichtet) seine Meinung zu sagen.
Das frühere Armenhaus Emsland hat mit Ludwig Windthorst, Dr. Werner Remmers, Dr. Rudolf Seiters Dr. Burkhard Ritz, Hans Gerd Strube u. a. prägnante Bundes- und Landespolitiker mit größtenteils Ministererfahrungen gehabt.
In dieser Riege ist Heinz Rolfes als Nachwuchspolitiker stark geworden, getragen durch eine ganz besondere “Bodenhaftung” insbesondere durch seine Muttersprache PLATTDEUTSCH.
Besonders respektiert wurde seine rhetorische Schlagfertigkeit vom damaligen Ministerpräsidenten Gerhard Schöder, dem späteren Bundeskanzler.
Gerade vor diesem Hintergrund sind seine ungeschminkten Aussagen zum Stand des Plattdeutschen im Landesparlament zu werten – denn zu seiner aktiven Zeit gab es noch einige muttersprachliche Landespolitiker. Eben daran mangelt es ja heute durchweg.
Er hat wirklich hautnah die Entwicklung des niederdeutsche Muttersprache jeweils vor Ort erlebt und darauf mit politischen Begleitmaßnahmen reagiert.
Für ihn galt und gilt: Ein siechendes Pferd darf nicht mehr gesattelt werden, es hat das Gnadenbrot verdient!
Nüchterne Teilbilanz Anfang 2020:
Mit dem plattdeutschen Urgestein Heinz Rolfes ist auch im Landtag Hannover eine wichtige – authentische – Stütze der Niederdeutschen Sprache abgetreten. Er kannte die gewachsenen Rahmenbedingungen hautnah.
Sein Nachfolger Christian Fühner bringt von Haus aus diese sprachlichen Vorerfahrungen mit entsprechender aktiver Kompetenz nicht mehr mit.
Versuch einer Zustandsbeschreibung ab Anfang 2020
Zu diesen vier Unterthemem entstehen Interviews mit Personen, die durch ihre berufliche Arbeit direkte Einblicke haben in den heutigen Sprachgebrauch haben. Im Bereich der Landwirtschaft (eindeutig bisher die letzte Domäne der plattdeutschen Sprache) erzählen Wichard Wabner, https://www.landvolk-emsland.de/verein/geschaeftsstellen/lingen.html und Johann Högemann, ein geschätzter Agraringenieur der Landwirtschaftskammer a. D.
http://www.watt-up-platt.de/landtagsabgeordneter-heinz-rolfes-2/
http://www.watt-up-platt.de/zustandsbeschreibung-ab-anfang-2020-verbleibende-moeglichkeiten-in-den-kindergaerten/
Das Interview mit Gerlinde Schmidt - Hood in Nordhorn wurde am 17. 03. 2020 geführt.
Dazu soll ein Kurzbericht erstellt werden auf der Grundlage von vorhandenen (mir zur Verfügung stehenden) sprachwissenschaftlichen Ergebnissen und persönlichen Erfahrungen aus meiner Referententätigkeit im plattdeutschen Umfeld in Nordwestdeutschland in den letzten 5 Jahren.