Sprachbetrachtungen der besonderen Art (Dr. H. Wilmer)

Nachfolgende Erkenntnisse und Weisheiten können nur von einem solch polyglotten Fachmann kommen:

Vergleich Hebräisch und Plattdeutsch

Bei dem Hebräischen in der Urform gibt es gar nicht viele Wörter und Plattdeutsch ist letztlich auch begrenzt in seinem Wortangebot. Das Hebräische besteht zunächst vornehmlich aus Verben, dort werden – stark vereinfacht gesagt – vorne und hinten Wortteile angehängt  und so entstehen Hauptwörter und Adjektive. Beim Plattdeutschen ist es ähnlich.

Die Mixtur von Französisch und Plattdeutsch ergibt Englisch

Das Englische hat häufig ein Wort, das auf der einen Seite aus dem(germanischen) Plattdeutschen und andererseits aus dem (romanischen) Französischen stammt: Dieses ( der Pater klopft dabei auf den Tisch) hier ist auf Englisch „table“, das ist „table“ auch im Französischen, ich kann es aber auch auf Plattdeutsch sagen: „Disk“, im Englischen „desk“.

Weiterhin kann ich kann vergleichen: Wo ich rein- und rausgehe, wir sprechen wir im Plattdeutschen von einer „Döör“, auf Englisch ist das „door“.

Im Französischen heißt das „porte“ und das Wort stammt klar aus dem Lateinischen und „the porte“ ist die vornehmere Tür, „die Pforte“

Wenn ich etwas anfange, dann ist das ein „Beginn“,  englisch „to begin“. Ich kann aber auch sagen „starten“ bzw. „to start“.

Es gibt Begriffe, da ist das Plattdeutsche näher am Englischen als das Englische am Deutschen: Auf Hochdeutsch sage ich: Was soll ich rauchen. Auf Englisch: What shall I smoke, auf Platt: Watt sall ick smöken. Beim Wort smöken  sind die Konsonanten ganz anders als bei rauchen.

Das natürliche Umfeld beeinflusst Menschen und deren Sprache

Platt ist deutlich älter als Hochdeutsch, es ist eine archaische Sprache, ein uraltes Behältnis von Kultur auch von Denken. Der Boden der Sprache macht das Denken aus: Sag mir, wo du herkommst, ich sage dir nicht nur, was du denkst, sondern auch, wer du bist. Es ist sehr verschieden, ob ich auf einen Berg geboren bin, in einem tiefen Tal, wo keine Sonne hinkommt, ob ich geboren bin, wo ständig Winde vorherrschen. Man kann sagen, dass die Norddeutschen in ihrem angestammten Gebiet der Natur  etwas abringen mussten, um auch nur ein karges Leben zu führen zu können. Das hat sich auch in der Sprache niedergeschlagen. Daher sehe ich das Niederdeutsche als ein uraltes Behältnis von Kultur. Was mich tröstet, ist, dass die englische  Sprache das Plattdeutsche mitnimmt.

 

 

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