Plattdeutsch in der Landwirtschaft 1

Der gesamte deutsche Sprachraum war noch über den Beginn der Industriealisierung hinaus ab etwa 1850 von der Landwirtschaft deutlich geprägt.

Weit über die Hälfte der Bevölkerung gehörte der bäuerlichen Schicht an. 1892 überstieg erstmals die Industriearbeiterschaft (8.2 Mill.) die besitzlose Landbevölkerung (8.1 Mill.).

Viele handwerklich und kaufmännisch orientierte Dorf- und auch Stadtbewohner hatten kleinere Acker- bzw. Gartengrundstücke (Ackerbürger) zur Sicherung der Ernährung. Vielfach gehörte die Haltung mindestens eines Schweines dazu.

Dieser Personenkreis sprach durchweg plattdeutsch. Die kleinstädtische Bewohnerschaft bediente sich aber auch der hochdeutschen Sprache, um mit der gehobenen Gesellschaftsschicht der Beamten und der Geistlichkeit adäquat kommunizieren zu können.

Die sprachwissenschaftlichen Untersuchungen von Kremer (1983 im Landkreis Borken) und Robben/Robben (1986) im Landkreis Emsland haben übereinstimmend gezeigt, dass im Bereich der landwirtschaftlichen Berufe vergleichsweise noch die größte aktive Sprachkompetenz anzutreffen war.

Auch diese Domäne ist nun weitgehend eingebrochen.

Zur Dokumentation des Schwundes des Niederdeutschen sollen nun hier auch mehrere Vertreter (innen) aus dem Agrarsektor zu Wort kommen.

Eine kurze Impression vorweg: