Von Dorfschmiede zu “Hightech” im Krankenhaus

Gerd Holterhues wurde als  ältester Sohn eines Dorfschmiedes im südlichen Emsland geboren. In seiner Kindheit beschlug sein Vater mit seinen Gesellen dort vornehmlich noch Pferde.

Zunehmend kamen dann die Schlepper auf und mit ihnen neu entwickelte Landmaschinen wie Miststreuer, Kartoffelroder und andere.

Der Aufgabenbereich in der elterlichen Schmiede veränderte sich enorm.

Gerd gehörte zu den ersten Schülern, die aus der Klasse 8 der Volksschule zur Realschule wechseln konnten. Durch den anschließenden Besuch einer sich  ebenfalls in dieser Zeit entwickelnden Fachoberschule konnte er dann ein Ingenieurstudium absolvieren.

Danach arbeitete er etwa 10 Jahre in der Landmaschinenindustrie.

Im Anschluss daran übernahm er die technische Leitung des Bonifatius Hospitals in Lingen und wurde damit  aktiver Zeitzeuge einer bisher nie dagewesenen technischen Entwicklung.

Er berichtet up platt:

…hier werden noch 8 Beiträge folgen…

 

Dialekt in den Regionen: „Wir können alles. Außer Hochdeutsch.“

Bei einem Besuch im deutschen Südwesten stieß ich auf diesen Hinweis!

 

Nähere Hinweise dazu erhielt ich bei Rosemarie Sieß – Vogt in Rottenburg am Neckar.

Als engagierte Regionalautorin ist sie auch bemüht, den angestammten Dialekt  – so weit möglich – an die nächste Generation zu tradieren.

Die aktuelle Ausgangslage dort ist ähnlich der Sprachsituation in etlichen Bereichen Norddeutschlands.

In dieser Veröffentlichung gelingt es ihr auf interessante Weise, Sprechunterweisung  und Lokalgeschichte eng zu verknüpfen:

Im Vorwort erläutert Frau Sieß – Vogt ihre Intentionen:

Fotos: Archiv Robben

Lebendige Geschichte im Museum am Kiekeberg, auch up Platt

So unterschiedlich die Freilichtmuseen in Deutschland allein von ihrer Flächenausstattung ausfallen, so verschieden gestalten sich auch deren Angebote an die Besucherinnen und Besucher.

Eine beeindruckende und das Publikum offensichtlich sehr ansprechende Art,  „geschichtliche Lebendigkeit“ in die historisch authentischen Gebäude zu bringen, gelingt im Freilichtmuseum am Kiekeberg südlich von Hamburg

https://www.kiekeberg-museum.de/

Nachfolgend sollen zwei damalige Fischer vorgestellt werden, die in ihrem Fischerhus uns etwas up Platt zu erzählen haben …

Opa Anton ut`t Emsland

Der mittlerweile weit über das Emsland hinaus bekannte Unterhaltungskünstler Marco Strodt stellt sich als Opa Anton vor – up Platt:

Plattdütsk in`ne Schoole...

So gönk datt loss...

Fann doar ann göng datt aff...

Musik - de hört doar to...

Wätt de Kerl nich öller...

Wi holt tohaupe üm use Platt...

Wu gäiht datt wider mett use Platt...

Opa Anton up de Duur bit`t Fernsehn,nää....

So möss datt wider goahn...

 

 

 

Der Grafschafter Dichter Carl van der Linde

 

Carl van der Linde wurde 1861 in Veldhausen (Grafschaft Bentheim) geboren.

Als junger Mann ließ er sich zum Buchdrucker ausbilden, danach begab er sich  1878 auf Wanderschaft.

Ab 1884 war er als Drucker in Hamburg beschäftigt.

1911 kehrte er in die Grafschaft zurück und begann seine schriftstellerische Laufbahn.

Der Dichter starb 1931 in Neuenhaus – Hilten.

...nachfolgend bitte anklicken...

Carl van der Linde

Helmut Lensing: "Art. van der Linde, Carl", in: Emsländische Geschichte Bd. 19. Hrsg. von der Studiengesellschaft für Emsländische Regionalgeschichte, Haselünne 2012, S. 331–363.

Kurzinformation auf https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_van_der_Linde

Zur Lage Lage des Plattdeutschen 1952

So sah der Pädagoge Diedrich Steilen die Situation Anfang der 50er Jahre

https://de.wikipedia.org/wiki/Diedrich_Steilen

 

Aus der Sicht fast 70 Jahre später (2019) kann man feststellen, dass bestimmte Vermutung des Pädagogen Diedrich Steilen zur Weiterentwicklung der plattdeutschen Sprache nicht eingetroffen sind.

Während beim Einzug des “Mähdreschers” in der Landwirtschaft noch der niederdeutsche Begriff Maihdoeschker (emslaendisch) entstanden ist, hat sich Huulbessen für “Staubsauger” wohl nicht durchgesetzt.

Auch andere technische Neuerungen wie „Maishäcksler“ wurden so übernommen.

 

Der Grafschafter Dichter Karl Sauvagerd

Karl Sauvagerd kam 1906 in Gronau zur Welt. Danach wuchs er in Wilsum auf, lebte dann mehr als 50 Jahre in Neuenhaus und verbrachte später seinen Lebensabend in Uelsen.

Er war vielseitig begabt als Dichter, Buchautor, Maler, Pflanzenkundler unf Prediger. Darüber hinaus setzte er  sich intensiv für die deutschniederländische Aussöhnung ein.

 

 

Karl Sauvagerd starb am 6. Februar 1992.

 

 

 

Dieser Beitrag stammt von

Dr. Helmut Lensing

in:   Emsländische Geschichte Band 24, Haselünne 2017, Seite 244 – 301

 

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Foto:Berta Radicke, Uelsen