Der Grafschafter Dichter Carl van der Linde

 

Carl van der Linde wurde 1861 in Veldhausen (Grafschaft Bentheim) geboren.

Als junger Mann ließ er sich zum Buchdrucker ausbilden, danach begab er sich  1878 auf Wanderschaft.

Ab 1884 war er als Drucker in Hamburg beschäftigt.

1911 kehrte er in die Grafschaft zurück und begann seine schriftstellerische Laufbahn.

Der Dichter starb 1931 in Neuenhaus – Hilten.

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Carl van der Linde

Helmut Lensing: "Art. van der Linde, Carl", in: Emsländische Geschichte Bd. 19. Hrsg. von der Studiengesellschaft für Emsländische Regionalgeschichte, Haselünne 2012, S. 331–363.

Kurzinformation auf https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_van_der_Linde

Zur Lage Lage des Plattdeutschen 1952

So sah der Pädagoge Diedrich Steilen die Situation Anfang der 50er Jahre

https://de.wikipedia.org/wiki/Diedrich_Steilen

 

Aus der Sicht fast 70 Jahre später (2019) kann man feststellen, dass bestimmte Vermutung des Pädagogen Diedrich Steilen zur Weiterentwicklung der plattdeutschen Sprache nicht eingetroffen sind.

Während beim Einzug des “Mähdreschers” in der Landwirtschaft noch der niederdeutsche Begriff Maihdoeschker (emslaendisch) entstanden ist, hat sich Huulbessen für “Staubsauger” wohl nicht durchgesetzt.

Auch andere technische Neuerungen wie „Maishäcksler“ wurden so übernommen.

 

Der Grafschafter Dichter Karl Sauvagerd

Karl Sauvagerd kam 1906 in Gronau zur Welt. Danach wuchs er in Wilsum auf, lebte dann mehr als 50 Jahre in Neuenhaus und verbrachte später seinen Lebensabend in Uelsen.

Er war vielseitig begabt als Dichter, Buchautor, Maler, Pflanzenkundler unf Prediger. Darüber hinaus setzte er  sich intensiv für die deutschniederländische Aussöhnung ein.

 

 

Karl Sauvagerd starb am 6. Februar 1992.

 

 

 

Dieser Beitrag stammt von

Dr. Helmut Lensing

in:   Emsländische Geschichte Band 24, Haselünne 2017, Seite 244 – 301

 

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Foto:Berta Radicke, Uelsen

Werner Beermann – Platt im Stahlwerk

  • 1934 geboren, aufgewachsen in Oesede südlich von Osnabrück
  • nach dem Besuch der Volksschule mit 15 Jahren als Anlernling im Hüttenwerk Georgsmarienhütte Arbeit aufgenommen
  • zwei Jahre Ausbildung als Hüttenwerker, drei Jahre Arbeit im Walzwerk
  • ab 1955 zusätzliche Lehre als Chemielaborant, danach Tätigkeit in Bremen und Wetzlar
  • anschließend bis 1989 Chemielaborant im Stahlwerk Georgsmarienhütte
  • durch die große Stahlkrise in diesen Jahren per Sozialplan in den vorzeitigen Ruhestand verabschiedet

Nun hatte Werner Beermann die passende Zeit für seine fotografischen Recherchen und Veröffentlichungen in der Regionalliteratur.

 

Otto Pötter: Esperanto Platt

 

Up Esperanto hett dat: „Ick küer Platt.” Esperanto, dat hät sick Ludwig Zamenhof 1887 uutdacht.  De Mann kam uut ne Judenfamilge un moss sick, üm dörtokuemmen, in sien Liäben immer wier mit ännere Spraoken quiälen. So kaim he up ne internassionale Spraoke, dat Esperanto. Siene Idee wör sicher guet, män dat Esperanto konn sick mit de Tiet nich dörsetten. Et is iäben nich, es use Platt, von binnen her uut Hiärt un Siäle wassen. Dat wieset us: De Kopp alleene mäck et nich.

Lück wat an Ähnlichkeiten wieset sick mi bi den „Turmbau zu Babel“ (1. Mos 11, 4 – 7). De Mensken wollen, wu man so sägg, „hauch heruut“. Nu ja, waorüm nich. Aower se wollen mit iähren gewölligen Bau sotosäggen an’ Hiemmel kieddeln. Doch bevör iähr dat heelmaol to Koppe steeg, greep Gott söwwst in un dreihde iähr grautmuulsk Gebäbbel dörneene … Dat will us, recht bedacht, nix änners säggen äs

Immer dann, wenn Mensken sick es Herrgöttkes upkröppt, geiht dat Werks in de Totten, et giff Striet un de Mensken verstaoht sick nich mehr. Könnt alle säggen wat se willt, schütt dat Praoten aower allto hauch haruut, versteiht antlest nich eenen mehr wat. Is dat vandage nich jüst noch so? Ick weet jä nich, wu di dat geiht, aower bi dat, wat ick manchs so höre, suuset mi bloß noch de Kopp. Nich von ungefähr, denn wenn dat Hiärt schwigg, helpet weder klook Latien noch Esperanto.

Well glöff, he härr mit sienen klooken Kopp usen Herrgott an’ lütken Tehnt (Zeh), de hät unversehns den Deibel bi ’n Stiärt. Well meint, he könn söllfeddig (nach eigenem Gutdünken, gebieterisch) üöwer Köppe wegküeren, wahrt änner Grenzen nich. Dao is auk Esperanto nich för to gebruuken.

Achtung, uppassen! Well kiene Grenzen wahrt, achtet auk de nich mehr, de änners sind, de änners praoten doot un änners denket. Dann is et nich mehr wiet bis gift’ge Worde un gefäöhrlicke Parolen.

Ännersiets düch et auk wier nich, üöwerfair alle Mensken üöwer eenen Kamm to scheren. Nä. Dat häbt nich bloß all de Kommunisten versocht. Dat mag jä noch so guet dacht sien, aower wenn se alle Mensken lieke maaken willt, spiellt sick jüst sücke Liekmaakers äs üöwerlieke Herrgöttkes up. Doch dann Gnade us Gott. Se wieset sick mehrst gau all äs de gröttsten Menskenquiäler!

wat wieset us dat? Wu man et auk dreiht, aower wer üöwer sick nix achtet, de achtet wuohl auk üöerhaupt ansüss nix mehr. Well daokeggen aower to Gott wuohl upkieken kann, kann up Mensken nich daale kieken.

Grenzen wahren, dat hett, mit Anstand (un Affstand) üöwer sick sömms haruutkieken. Daobi is nich schwuor uuttomaaken, dat nich eenen den ännern lieket. Waorüm also soll he nich auk änners praoten? Daorüm kann et vandage ruhig mehr un mehr up Englischk gaohn, üm sick internassional to verstännigen. Dat ist guet so, ümdat wi üöwer Grenzen weg guet terechte kuemmet. Un doch wieset us Naomen und Spraoken, dat jedereen von us heelmaol wat Besönners is. Well möch dat all missen? Dat is doch mehr äs schön, orre?

So is auk use Plattdüütsch heel wat Besönners. Un dat is schön so; schön dat et so wat (noch) giff. Drüm laot’ us dao auk schön wat an doon. Dann kann et mientwiägen auk ruhig noch Eperanto giebben. Waorüm nich? Hauptsaake et is nich eenen debi, de use Platt platt maaken will.  Daoför wör use Platt to schaa. Mi dai dat weh, denn ick praot gerne Platt. Up Esperanto hett dat: „Mi parola Platt”.

Süss noch wat?