Dr. Bernard Krone – Vor dem 2. Weltkrieg

Im Gegensatz zu mehreren anderen Firmen habe ich nicht nur einen guten Namen geerbt, sondern auch einen schuldenfreien Betrieb. Das war schon vergleichsweise etwas ganz Besonderes. 1935 hatte mein Vater zum ersten Mal keine Schulden mehr. Auch hat er zu diesem Zeitpunkt die Lanz-Bulldog Vertretung übernehmen können vom Mitkonkurrenten van Lengerich aus Emsbüren.

Das Geschäft ging auch bergauf, weil die Nazis Landwirtschaft unterstützt haben – nicht etwa, weil sie die Bauern gerne leiden mochten, sondern weil sie der Autarkie wegen aus landwirtschaftlichen Früchten wie Rüben Benzin erzeugen wollten.

So ging die Produktion in unserem Betrieb bergauf. Zu der Zeit beschäftigte mein Vater 9 Arbeiter und Angestellte. Dann kommt der nachmittags zu seiner Mutter in die Gaststätte und bestellt bei ihr einen Schnaps. Seine Mutter entgegnet ihm: Was fällt dir ein, nachmittags um 4 Uhr schon einen Korn trinken zu wollen. Daraufhin berichtet Sohn Bernard ganz stolz: Wir haben zum ersten Mal keine Schulden mehr. Die Mutter entgegnet forsch: Solche kleine Leute wie wir die müssen Schulden haben, sonst erreichen sie nichts.

Dr. Bernard Krone – Nachkriegszeit

 

Wenn wir über Heimatvertriebene sprechen, da möchte ich dann gerne erzählen, dass mein Vater und ich es im Emsland mehrfach erlebt haben, dass uns angestammte Landwirte erzählten: Unser Hoferbe hatte ein Auge auf eine Heimatvertriebene geworfen. Da haben wir gedacht, das geht doch gar nicht. Aber heute aus der Rückschau müssen wir doch zugestehen, dass unser Hof noch nie so sauber und Wirtschaft stark da gestanden hat als Note mit unserer jungen Frau aus Schlesien.

Hier kommt die Frage auf, wie Deutschland es geschafft hat etwa im Vergleich zu anderen Staaten in der Nachkriegszeit, Flüchtlinge und Heimatvertriebene so gut integrieren zu können. Dabei hat sich die deutsche Gesellschaft auch noch so gut weiterentwickeln.