Herr Mommsen – nen Plattdüschken ut Kunststöff (aus Schaumstoffblock)

Stand: 18.12.2017 10:34 Uhr – Lesezeit: ca.2 Min.

Hallo op Platt im Dezember

Ein Fazit des spannenden Jahres 2017 haben Vanessa Kossen und ihr neuer Kollege Werner Momsen gezogen. Sie blickten unter anderem zurück auf zahlreiche Wetterkapriolen und auf den Wechsel der Grünen-Landtagsabgeordneten Elke Twesten zur CDU und die darauf folgende Neuwahl. Vanessa Kossen und Werner Momsen schauten aber auch in die Zukunft und fragten, was das Jahr 2018 wohl bringen wird. Eine Änderung gibt es mit Sicherheit: Werner Momsen wird ab Januar als weiteres Gesicht regelmäßig in Hallo Niedersachsen op Platt zu sehen sein. In “Momsen – dat leste Woort” wird er seine Meinung oder seine spektakulären Erlebnisse des jeweiligen Monats dem Zuschauer mitteilen – und das in seiner bekannt frechen und sympathischen Art.

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hallo_niedersachsen/Hallo-op-Platt-im-Dezember,kossen234.html

 

Platt in New York

Dr. Hans Tiedeken

Sogar in New York

 

Ein besonderes Erlebnis war für mich mein Besuch Ende der 60er Jahre beim Papenburger Club in New York. Hier trafen sich am ersten Montagabend in jedem Monat Papenburger Einwanderer, und Pflichtsprache war Papenburger Platt. Auch Hermann Lenger, der 1925 ausgewandert war und den ich damals besuchte, sprach mit mir bei sich zu Hause platt. Leider gibt es heute diesen Papenburger Club nicht mehr; die nachwachsende Generation hat die Verbindung zur Heimat und Heimatsprache leider nicht mehr so gepflegt.

Siehe auch: http://www.watt-up-platt.de/dr-hans-tiedeken/

Schulische Situation bis etwa 1985

Die Kinder aus den ländlichen Familien waren  mittlerweile durchweg hochdeutsch von ihren Eltern  aufgezogen worden mit daraus sich ergebenden Defiziten bei der Erkennung und Unterscheidung des Dativ und Akkusativ.

Diese Heranwachsenden waren aber fast alle in der Lage, Plattdeutsch zu verstehen. Das familiäre häusliche Umfeld sprach ja nach wie vor platt.

In den Schulen wurden mittlerweile Arbeitsgemeinschaften zum  Plattdeutschen angeboten – vornehmlich im Bereich des Theaterspiels.

Als ich dann 1986 die Leitung einer benachbarten Grundschule zehn Kilometer von Emsbüren entfernt übernahm, musste ich mit großem Erstaunen feststellen, dass zwischen der Altersstufe der 10 bis 17 jährigen Heranwachsenden in der Haupt – und Realschule und den Grundschüler/innen (6 bis 10 Jahre alt) offenbar ein deutlicher Rückgang  in der passiven Sprachkompetenz eingetreten war. Dabei war das gesellschaftliche, wirtschaftliche und soziale Umfeld nahezu identisch.

Dieser enorme Rückgang in der Verstehenskompetenz wurde auch in anderen Schulen der Region deutlich wahrgenommen.

Es bildeten sich Lehrerarbeitsgruppen auf Kreisebene, die von der Schulaufsicht koordiniert wurden…

Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen

Diese Vereinbarung wurde am 5. November 1992 vom Europarat  verabschiedet.

Auch die plattdeutsche Sprache steht unter ihrem Schutz.

Ziel der Charta ist es, dass Regional- oder Minderheitensprachen als ein einzigartiger Bestandteil des kulturellen Erbes Europas anerkannt werden. Sie setzt sich dafür ein, dass die Zusammengehörigkeit von regionalen Sprachminderheiten nicht durch politische Grenzen behindert wird. Durch das verbindende Element der Charta soll die grenzübergreifende Zusammenarbeit von Anhängern einer Sprachgruppe gestärkt werden. Die Regional- und Minderheitensprachen sollen vor dem Aussterben geschützt und ihr Gebrauch im Bereich des Rechts, der Schulen, des öffentlichen, kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Lebens sowie der Medien ausgeweitet werden. Dazu gehören der fremdsprachliche Unterricht und das Studium der jeweiligen Sprache, auch und vor allem für ihre dachsprachlichen Mitbürger. Die Charta setzt explizit auf die Verbindung verschiedener Bevölkerungsteile, nicht auf eine Abschottung voneinander.

https://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ische_Charta_der_Regional-_oder_Minderheitensprachen

Spätestens in 50 Jahren wird man beurteilen können, ob diese Charta der niederdeutschen Sprache wirksam dienen konnte.