Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ

Wer als Ordensoberer von Rom aus täglich in 6 verschiedenen Sprachen mit seinen Glaubensbrüdern in der ganzen Welt kommunizieren kann, der ist sicherlich auch ganz besonders prädestiniert, der plattdeutschen Sprache ganz tief in die Seele zu schauen…

Heiner Wilmer wurde April 1961  im südlichen Emsland geboren. Er wuchs auf dem elterlichen Bauernhof auf. Nach der Grundschule in seinem Heimatort Schapen besuchte er das Leoninum in Handrup, ein Gymnasium in Trägerschaft der Herz-Jesu-Priester. Dort legte er 1980 das Abitur ab, danach trat er in den Orden im Herz-Jesu-Kloster Freiburg ein, wo er Theologie studierte. Daran schloss sich ein Romanistik – Studium in Paris an . Nach der Priesterweihe ging er nach Rom an die Päpstliche Universität Gregoriana, um dort französische Philosophie zu studieren. 1991 erlangte Heiner Wilmer in Freiburg die Doktorwürde in der Theologie.

Anschließend studierte er in Freiburg das Fach Geschichte auf Lehramt. Ab 1997 war er für ein Jahr in der USA, wo er an der Jesuiten-Highschool in der New Yorker Bronx Geschichte und Deutsch  unterrichtete. Zurück in Deutschland wurde er Schulleiter des Ordensgymnasiums in Handrup. Danach berief man Dr. Wilmer zum Provinzial der deutschen Ordensprovinz der Herz-Jesu-Priester nach Bonn.

Seit 2015 ist Pater Dr. Heiner Wilmer der  zehnte Generalobere der Kongregation der Herz-Jesu-Priester in Rom. (Stand Oktober 2017)

Mittlerweile ist Pater Dr. Heiner Wilmer am 6. 4. 2018 zum 71. Bischof von Hildesheim ernannt und am 1. 9. 2018 geweiht worden.

https://www.bistum-hildesheim.de/bistum/bischoefe/bischof-dr-heiner-wilmer-scj/

Foto: SCJ

Die ersten Schulerlebnisse von Martha Herkenhoff (Hagen)

Als Martha Herkenhoff (geb. Koch) 1934 in die Schule kam, musste sie erst einmal Hochdeutsch lernen, denn zu Hause wurde nur Platt gesprochen. Es dauerte einige Zeit, bis sie im Unterricht wie die anderen reden konnte, so erzählt sie. Und diese Zweisprachigkeit hat sie bis heute begleitet.  Erlebnisse aus der Schulzeit und ihrem weiteren Leben hat die in Hagen am Teutoburger Wald lebende Martha Herkenhoff in plattdeutscher Sprache aufgeschrieben und als Buch herausgebracht. Etliche Texte daraus finden sich auf dieser Website.

https://www.youtube.com/edit?video_id=yl6ueK_tIpU

… der Nachkriegszeit (Heimatvertriebene)

In einem Gespräch mit den beiden Bürgermeistern von Firrel in Ostfriesland, Johann Aleschus (Foto links) und Heinrich Hagedorn (Altbürgermeister) wurde das Phänomen der Aufnahme der Flüchtlinge und Heimatvertriebenen nach dem 2. Weltkrieg besprochen.

Die Herkunftsregionen waren vornehmlich Schlesien und Ostpreußen.

Gerade in den Bauberufen, wo die Arbeitskräfte eng miteinander zusammenarbeiten mussten, übernahmen vor allem die jüngeren Hinzugezogenen (unter 50) die plattdeutsche Sprache. Bei den Älteren konnte man insbesondere den schlesischen Sprachhintergrund deutlich verspüren.

Diese Entwicklung kann ich auch aus eigener Erfahrung im südlichen Emsland bestätigen.

Je bäuerlicher und kleiner eine Ortschaft war, desto schneller lernten die Kinder aus den Ostgebieten beim Spiel, in der Schule und nachmittags die plattdeutsche Sprache “akzentfrei”.

Foto: Archiv Robben

Keine niederdeutschen Bücher in der alten Universitätsbücherei in Lingen

Ein Besuch in einer alten akademischen Bibliothek in Lingen

Gibt es hier Veröffentlichungen in Niederdeutsch?

Wilhelm III., Prinz von Oranien, Erbstatthalter der Niederlande und König von Großbritannien gründete hier zunächst eine Lateinschule, die wenig später 1697 in eine Universität mit den vier klassischen Fakultäten Theologie, Jurisprudenz, Philosophie und Medizin umgewandelt  wurde. 1819 wurde die Universität aufgelöst und 1820 ein Gymnasium eröffnet. Als wichtiges „Überbleibsel“ kann die historische Bibliothek gelten, die nach wie vor im Gymnasium Georgianum untergebracht ist und seit mehreren Jahren von dem ehemaligen „Chef“ dieser altehrwürdigen Bildungsanstalt verwaltet und erforscht wird.

OStD a. D. Heinz Buss (auf dem Foto links) erklärte dazu, dass die damaligen Studenten nicht nur in Lingen durchweg Latein

sdr

als Unterrichtssprache zu beherrschen hatten. Darüber hinaus war Lingen durch die vormals mehrfache Herrschaft der Oranier niederländisch geprägt. Von Bedeutung war ebenfalls, dass einige Studenten auch nach England und Frankreich wechselten, so dass zumindest ein Teil der Studentenschaft als sehr polyglott angesehen werden konnte.

Da hatte das Plattdeutsche bzw. das Niederdeutsche keinen Stellenwert unter den angehenden Akademikern, insbesondere nicht im schriftsprachlichen Bereich, da das Platt von Ort zu Ort variierte.

 

Blick in die alte Uni – Bibliothek

Fotos: Archiv Robben