Eingestellt Weihnachten 2019
Der Plattdeutsch – Freund hat schon entschieden…
Der Fernsehmann war übrigens Robbenbernd.
Eingestellt Weihnachten 2019
Der Plattdeutsch – Freund hat schon entschieden…
Der Fernsehmann war übrigens Robbenbernd.
Über Hermann Bröring gibt es eine außergewöhnliche plattdeutsche Kurzerzählung, die der Autor Theo Mönch – Tegeder in eine bekannte Geschichte (Land unner Gottes Thron) seiner Tante, der Emslanddichterin Maria Mönch – Tegeder, gekonnt eingebunden hat.
Diese wird nachfolgend vorgestellt….
Darauf gehen die beiden obigen Kurzvideos zurück.
Das Plattdeutsche ist eine vornehmlich gesprochene Sprache:
(gesprochener Text – bitte anklicken…)
Un nu noch een poar Belder dortau:
Eenklassige Schoale in`Buurschup
van buten:
De ersten Autos – man kiene Straoten:
Mit denn Emslandplan göng Anfang van de Füfftiger “de Post aff”:
De groaten Dampplöge kömen un dräihten bis över twee Meters Deele van Ostfresland, Cloppenbörg un datt halve Emsland üm.
Foto oben: Archiv Robben übrige Abbildungen: Kreisbildstelle Lingen
Diese Frage wurde mir mehrfach gestellt, denn der Titel “watt-up-platt” lässt doch erheblich mehr direkte Plattdeutschanteile erwarten.
Ja, das ist sicherlich nicht nur auf den ersten Blick so richtig.
Schon vor der Planung dieser Website hat sich insbesondere in den letzten dreißig Jahren bei mir sowohl beruflich als Lehrperson als auch im persönlichen dörflichen Umfeld ein besonderes Interesse für die plattdeutsche Sprache entwickelt, in der ich als Nachkriegskind ja noch aufgewachsen bin.
Das Grundanliegen dieses Internetauftritts ist die Dokumentation des Schwundes der Niederdeutschen Sprache.
Dazu bietet sich allerdings die Standardsprache Hochdeutsch am ehesten an, da sie heute rundum auch von Dialektsprechern(innen) verstanden wird.
Bei der Verwendung des Plattdeutschen hingegen tauchen verschiedene Probleme auf.
Daraus hat sich vornehmlich die Frage entwickelt:
Wohin entwickelt sich also diese Sprache?
Mein Webmaster hielt diese Domain als Internetadresse für zu lang…
So kam ich als zweite Wahl auf den Titel:
Auch diese Domainbezeichnung war noch frei, hätte aber so ausgesehen: www.watt-oewer–platt.de
Der Erkennungscharakter wäre zu schwach gewesen…
Deshalb wurde es kurzerhand
… zugegeben: Ein Behelf!
Auf der anderen Seite ist das Plattdeutsche seit langer Zeit eine (mehr) gesprochene Sprache, deren Schreibung allein schon durch die regionalen Varietäten unterschiedlich ausfällt. So gibt es Autorinnen und Autoren, die „frei Schnauze“ schreiben. Andere halten sich mehr oder wenig an die SASS-Vereinbarungen: https://sass-platt.de/plattdeutsche-rechtschreibung/startseite.html
Um nun auch hier mehr Plattdeutsch-Anteile unproblematisch einbringen zu können, möchte ich in einer Art Podcast ab und zu Kommentare up Platt veröffentlichen, die mehr aus der jeweiligen Aktualität entstammen und – wenn möglich – schon einen historischen Charakter in sich tragen.
Dabei bietet gerade die niederdeutsche Sprache die Besonderheit, recht “weich” auch durchaus scharf formulieren zu können…
Der Einstieg in dieses Metier soll am 30. November erfolgen:
Kommentiert werden soll folgender Zeitungsbericht
unter der Überschrift: Datt mott ampatt mol sächt wärn: Watt woahr is, schall ok woahr blieven!
Gymnasiasten durften Sprache der „ungezogenen Jugend“ nicht sprechen!
von Horst Heinrich Bechtluft, Twist 
Diese ausdrucksvolle Karikatur mit Text stammt aus dem Buch Wat, de kann Platt.
Mittlerweile ist der NDR – Korrespondent mit der markanten Stimme im Ruhestand …
„Platt is cool“ sagt die Emsländische Landschaft e.V.
Deren Kulturförderung für die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim veranstaltet ein Niederdeutsches Festival unter dem Motto „Platt Satt“. In Papenburg macht eine Initiative „Freedag is Plattdag“ auf die althergebrachte Sprache aufmerksam.
Die Bemühungen, verbliebene Reste des Niederdeutschen zu erhalten, sind also vielfältig. Dass allerdings die regionale Alltagssprache der Vergangenheit in heutiger Zeit beinahe verschwunden ist, liegt nicht nur am Hochdeutsch der „modernen“ Medien wie Zeitung, Radio, Fernsehen und Internet. Das macht ein historischer Zufallsfund aus dem Jahr 1824 deutlich: Schon vor zweihundert Jahren wurde der Gebrauch des Plattdeutschen in der Bildung ausdrücklich verboten! Jedenfalls galt das für die Schüler des Gymnasiums Meppen.
Die am 5. Oktober 1824 von der Königlich Hannoverschen Landdrostei in Osnabrück bestätigten „Schulgesetze“ für das Gymnasium Meppen machen aus dem Beweggrund für das Verbot der niederdeutschen Sprache keinen Hehl: Die Schüler sollten sich außerhalb der Schule auf keinen Fall mit der „Klasse der ungezogenen Jugend“ gemeinmachen. Aus diesem Grund „ist es keinem Schüler erlaubt, plattdeutsch zu sprechen”, heißt es in Paragraph 20 der streng verbindlichen Schulordnung. Hier wird ausdrücklich ein Klassengegensatz der gebildeten Stände damaliger Zeit gegenüber Handwerkern, Arbeitern und der Landbevölkerung formuliert.
Das führte dazu, dass die Bewohner abgelegener emsländischer Dörfer sich in bestimmten Bereichen der städtischen Gesellschaft wie im Ausland fühlten, wo man ihre Sprache gar nicht verstand. Eingesessene im Kirchspiel Twist zum Beispiel konnten sich bis in die Zeit um 1950 mit ihren niederländischen Nachbarn in deren verwandtem Drentschen Platt weit besser verständigen als etwa mit einem höheren Verwaltungsbeamten in der Kreisstadt Meppen. So kam es, dass die Twister im 19. Jahrhundert oft genug auf Rechtsanwälte und Notare mit ihrem Hochdeutsch plus Latein und damit auf juristisch verbindliche Verträge und Grundbucheintragungen verzichteten. Ein Handschlag und eine Geldzahlung genügten vollauf für ihr ländliches Rechtsgeschäft, das allerdings oft genug Jahrzehnte später und teils bis heute Probleme macht(e). Andererseits galten Anwälte, Ärzte, Apotheker und Geistliche, welche des Plattdeutschen mächtig waren, als besonders „populär“ bei den kleinen Leuten.
Die fast zwei Jahrhunderte alten „Schulgesetze“ des Gymnasiums Meppen erinnern daran, dass das Niederdeutsche in den Mauern der höheren Schule historisch nicht erwünscht war. Inzwischen hat sich die Einstellung geändert: Lesungen und Siegerehrungen zum landesweiten Wettbewerb „Schüler lesen Platt“ finden fast schon traditionell im Meppener Windthorst-Gymnasium statt.
Allerdings dürfte dessen Namenspatron, der Jurist und Politiker Ludwig Windthorst (1812 – 1891), mit Plattdeutsch auch nicht allzu viel am Hut gehabt haben: Windthorst wurde auf Gut Caldenhof bei Ostercappeln geboren und besuchte das Gymnasium Carolinum in Osnabrück.
Pöttker Hinnerk – ein Schlitzohr kommt selten allein…
Als der Viehhändler Pöttker Hinnerk vor Jahren noch auf den Höfen im Emsland ein- und ausging, war er stets im Fachgespräch und interessiert an Vieh und Handel.
So kam er auf einen Hof, dessen Jungbauer auch ein Pferdemann war und Pöttker schaute sich die Pferde im Stall genau an. Er musterte fachmännisch jedes einzelne Tier und kam an eine Box mit einem braunen mittelgroßen Pony, ein sportlich edles Tier.
„Watt nenn moijen Pony“ sagte Pöttker zum Bauern, „watt wuss du doarmet dann maken? Is dat för de Kinner of sallt förn Woagen goahn?“
„De Kinner willt dat Rien nicht don und in Eenspann förn Woagen ist nix Halbes un nix Ganzes; wenn ik dor man`n Passer för har, dann wull ik doar wall mit lossföhrn!“
(Zur Erl.: Passer = Passendes Pony gleicher Größe / Farbe)
„Dat is´n Wort“ dachte Pöttker, „ik will di wall een besörgen!“
Einige Zeit später kam Pöttker bei einem befreundeten Händler vorbei, welcher auch mit Pferden handelte. Sogleich fragte er nach einem Pony, welches für seinen Handel geeignet sein könnte.
„Ik hebb doar just een in`Stall kreggen, een heel moijet un bravet Pony, wuss di`t moal bekieken?“
„Man to“ antwortete Pöttker, und die beiden gingen zum besagten Pony.
„Datt is den Passer, dat passt as een Ooge tot annere“, dachte Pöttker bei sich, ließ sich aber nichts anmerken.
Der Kauf war perfekt und so stand dem weiteren Handel nichts mehr im Wege, dachte Pöttker.
Tags darauf eilte er zum Bauern, um ihm die frohe Kunde mitzuteilen: „Du, Buur, du söchs doch den passenden Pony för din Gespann, ik hebb nu genau datt Richtige för di funnen! Ik hebb em all upn Woagen metbracht, kanns di forts bekieken!“
„Dat will ick nu seihn“ sagte der Bauer, und ging mit zum Viehwagen.
„Is dat kien Passer för di? Wenn dat kien Glücksfall is, so een finds du nairgens in`t heele Emsland. Ik will di ok wall`n besten Pries maken…!“
„Du Pöttker“, unterbrach ihn der Bauer, „een guten Pries, de hebb ik all maakt, ik hebb min Pony just an Händler int Dörp verkoft, un ik glöwe, dat du em jüst weerkoft häs:
Dat is nämlich min Pony bi di upn Woagen!“
Das weitere Schicksal des Ponys ist nicht bekannt, es wurde wahrscheinlich in weitere Ferne verkauft.
Die Geschichte vom Handel mit dem Pony blieb jedoch im Dorf und es wird immer wieder die Frage gestellt: „Wu was datt noch mit den Passer?“
So kennt man Pöttker Hinnerk im südlichen Emsland…
Foto 1: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/a4/Urbanherovantbarreeltje.JPG Foto Pöttker: Archiv Robben