Plattdeutsch im Textilkaufhaus Schröder in Haselünne

                           Hubert Schröder aus Haselünne ist ein Kaufmann der besonderen Güte.

Als er 1958 das Textilgeschäft von seinen Eltern übernimmt, besteht dieses seit knapp 100 Jahren. Nach etwas mehr als zehn Jahren kauft er als junger Unternehmer am Markt das alte Hotel Dreesmann Brand am Markt und erstellt einen modernen Neubau. Dieser wird im Laufe der Jahre in mehreren Bauabschnitten jeweils großzügig erweitert. Heute präsentiert sich der Besucherin und dem Besucher ein Kaufhaus der besonderen Klasse, das zurecht von sich behaupten kann: Schröder zieht das Emsland an.

Im Mittelpunkt dieser Entwicklung steht der heute 80-Jährige Hubert Schröder mit seiner Frau Edda, die die Geschäftsleitung an die nächste Generation weitergegeben haben.

Selbstverständlich hat Hubert Schröder mit vielen Kunden in den vergangenen Jahrzehnten durchweg Plattdeutsch gesprochen

Kurzvita Dr. Christof Austermann

Christof Austermann ist im Dezember 1982 im südlichen Emsland geboren.

Seine Kindheit verbrachte er auf dem elterlichen Bauernhof in Schapen, unmittelbar an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen.

Nach der Grundschule in seinem Heimatort und der Orientierungsstufe in Spelle besuchte er das katholische Gymnasium Leoninum in Handrup.

Nach dem Abitur nahm er 2002 sein rechtswissenschaftliches Studium an der Universität Osnabrück auf.

Daran schlossen sich ein Promotionsstudium an der Universität Osnabrück und eine Tätigkeit als freier Mitarbeiter in einer Rechtsanwaltskanzlei an.

Sein juristisches Referendariat absolvierte er unter anderem mit Stationen in Münster und Hannover und schloss dieses im Jahr 2011 ab. Im gleichen Jahr wurde er auch zum Dr. jur. promoviert.

Seit 2012 ist Christof als Rechtsanwalt zugelassen und arbeitet als Justiziar für einen international tätigen Konzern.

Er lebt gemeinsam mit seiner ebenfalls aus Schapen stammenden Frau in Hannover.

Veröffentlichung der Ergebnisse

Damit lag eine umfangreiche regionale Untersuchung vor, die erstmals unterschied zwischen aktiver und passiver Sprachkompetenz auf Grund objektiver Testdaten.

Die Diskrepanz zwischen diesen beiden Untersuchungswerten war auch in Fachkreisen so nicht vermutet worden: Nur noch drei Prozent der damals Zehnjährigen konnten gut plattdeutsch sprechen, aber über 40 Prozent der Heranwachsenden vermochten plattdeutsch noch gut zu verstehen.

Leider bestand derzeit in der Kreisverwaltung offenbar wenig Interesse an einer Veröffentlichung des Aufsatzes in der Region, obwohl die bisherigen Sachkosten für diese Enquete großzügig vom Landkreis bezahlt worden waren.

Daraufhin bot Prof. Dr. Ludger Kremer an, die Auswertung aufzunehmen in eine Aufsatzsammlung mit dem Titel „Diglossiestudien“[1]. Darin wurden weitere, allerdings kleinere Untersuchungen diesseits und jenseits der holländischen Grenze jeweils in der Landessprache vorgestellt. Damit war nun leider verbunden, dass diese emsländischen Ergebnisse in Wort und Grafik nur einem ganz begrenzten sprachwissenschaftlich interessierten Leserkreis vornehmlich außerhalb des Untersuchungsgebietes zugängig waren.

[1] Kremer, Diglossiestudien

Vorbereitung und Durchführung der Befragung 1989/90

Die Untersuchung wurde nun mit der Unterstützung des Schulaufsichtsamtes des Kreises Emsland durchgeführt[1].

In zwei Vorläufen in den fünften Klassen der Orientierungsstufen in Emsbüren und in Spelle wurden die Entwürfe zum Fragebogen getestet und verbessert. Schließlich wurden alle Klassenlehrer des vierten Schuljahres im gesamten Emsland in den sechs einzelnen Dezernaten zur Dienstbesprechung eingeladen und in das genauere Verfahren eingewiesen.

Jedem Klassenlehrer wurden eine bespielte Tonkassette und eine Mappe mit zwei Arbeitsbögen für die Schüler nebst einem Elternfragebogen überreicht.

Die Schüler hatten zunächst einen plattdeutschen Text, der auf der Kassette vorgesprochen wurde, ins Hochdeutsche zu übersetzen. Danach mussten die Kinder hochdeutsche Wortgruppen ins Plattdeutsche übertragen. Anschließend wurden diese Tests von den jeweiligen Klassenlehrpersonen vorausgewertet. Diese Methode hat sich als sehr praktikabel erwiesen. Insgesamt war die Art der Beteiligung der Grundschullehrpersonen sehr positiv, was sich insbesondere bei Rückfragen zeigte, die vereinzelt nötig waren.

Zeitgleich war zunächst schriftlich, dann telefonisch und schließlich persönlich Kontakt aufgenommen zu dem niederdeutschen Sprachwissenschaftler Prof. Dr. Ludger Kremer, der gezielt die jeweiligen Schritte im Emsland fachspezifisch kommentierte und Tipps gab zu der weiteren Vorgehensweise. Weiterhin stellte er das emsländische Vorhaben auf der jährlichen Pfingsttagung der beteiligten niederdeutschen Sprachwissenschaftler vor.

Daraus ergab sich das Angebot des Kieler Lehrstuhlinhabers Prof. Dr. Hubertus Menke, dass in der dortigen niederdeutschen Abteilung die emsländischen Daten sprachwissenschaftlich ausgewertet werden konnten. Da vom Landkreis die entsprechende finanzielle Zusage kam, konnten nach einer Vorauswertung fast 10.000 Seiten Schüler- und Elternbefragung nach Kiel gebracht werden.

[1] Der damalige Leiter des Schulaufsichtsamtes Emsland, Schulamtsdirektor Alfons Lögering, nahm dankenswerterweise sofort die Idee der kombinierten Schüler- und Elternbefragung auf und richtete zu ihrer Vorbereitung eine Arbeitsgruppe mit Helmut Diers, Karl Oldiges und Bernhard Tengen ein.

Unterlagen zur Durchführung der Untersuchung im Emsland 1987/88

  •  Sprechtext der Tonkassette zur Schülerbefragung Plattdeutsch 1
  • Sprechtext der Tonkassette zur Schülerbefragung Plattdeutsch 2
  • Sprechtext der Tonkassette zur Schülerbefragung Plattdeutsch 3
  • Schülerfragebögen
  • Elterninformationen zur Befragung zum Stand des Plattdeutschen
  • Elternbefragung zum Gebrauch über drei Generationen
  • Wichtige Informationen über die Eltern
  • Plattdeutsch – Befragung vor Endauswertung durch Uni Kiel

“Sand”platt und “Klei”platt im Münsterland

Ähnlich wie in der nördlicher gelegenen Grafschaft Bentheim mit einer nieder- und obergrafschafter Mundart innerhalb der plattdeutschen Sprache gibt es auch im Münsterland ein unterschiedliches Platt.

Das Münsterländer Platt ist ein niederdeutscher, auch Plattdeutsch genannter  Dialekt, der Untergruppe Niedersächsisch, welcher fast im gesamten Münsterland  und im an das südlich des Münsterlandes angrenzende Gebiet bis zur Lippe gesprochen wird. Ausnahmen bilden der Altkreis Tecklenburg und ein Teil der Kreise Borken und Coesfeld. Dort liegt die Sprachgrenze etwa in Höhe der Orte Epe, Heek, Legden und Coesfeld, und endet dann im Kreis Recklinghausen bei Haltern, an der Lippe.  In diesem Sprachraum gibt es aber auch noch leichte Unterschiede in Aussprache und teilweise existieren andere Ausdrücke für die gleiche Sache. Das Sprachgebiet deckt sich weitgehend mit dem ehemaligen Fürstbistum Münster.

Im Altkreis Tecklenburg wird Tecklenburger Platt gesprochen, welches von den Teutonen beeinflusst wurde, und im westlichen Münsterland wird Sandplatt (Westmünsterländer Platt) gesprochen, welches vom Niederländischen beeinflusst wurde.

Das Münsterländer Platt, das auch Kleiplatt genannt wird, unterscheidet sich von anderen niederdeutschen Dialekten durch die Westfälische Brechung. Bei der Brechung wird ein ursprünglicher Selbstlaut der Stammsilbe eines Wortes in zwei kurze Selbstlaute zerlegt. Worte wie Vuёgel, Biärg, und kuort gegenüber Vagel, Bärg und kott aus dem Tecklenburger Platt, das u.a. neben dem Sandplatt diese Brechung nicht aufweist.

in: http://muensterlaender-platt.de/

Kleiplatt – Sandplatt im Münsterland

 

Ähnlich wie in der nördlicher gelegenen Grafschaft Bentheim mit einer nieder- und obergrafschafter Mundart innerhalb der plattdeutschen Sprache gibt es auch im Münsterland ein unterschiedliches Platt.

Das Münsterländer Platt ist ein niederdeutscher, auch Plattdeutsch genannter  Dialekt, der Untergruppe Niedersächsisch, welcher fast im gesamten Münsterland  und im an das südlich des Münsterlandes angrenzende Gebiet bis zur Lippe gesprochen wird. Ausnahmen bilden der Altkreis Tecklenburg und ein Teil der Kreise Borken und Coesfeld. Dort liegt die Sprachgrenze etwa in Höhe der Orte Epe, Heek, Legden und Coesfeld, und endet dann im Kreis Recklinghausen bei Haltern, an der Lippe.  In diesem Sprachraum gibt es aber auch noch leichte Unterschiede in Aussprache und teilweise existieren andere Ausdrücke für die gleiche Sache. Das Sprachgebiet deckt sich weitgehend mit dem ehemaligen Fürstbistum Münster.

Im Altkreis Tecklenburg wird Tecklenburger Platt gesprochen, welches von den Teutonen beeinflusst wurde, und im westlichen Münsterland wird Sandplatt (Westmünsterländer Platt) gesprochen, welches vom Niederländischen beeinflusst wurde.

Das Münsterländer Platt, das auch Kleiplatt genannt wird, unterscheidet sich von anderen niederdeutschen Dialekten durch die Westfälische Brechung. Bei der Brechung wird ein ursprünglicher Selbstlaut der Stammsilbe eines Wortes in zwei kurze Selbstlaute zerlegt. Worte wie Vuёgel, Biärg, und kuort gegenüber Vagel, Bärg und kott aus dem Tecklenburger Platt, das u.a. neben dem Sandplatt diese Brechung nicht aufweist.

Heute spielt der Dialekt kaum noch eine Rolle. Er wird fast nur noch von der älteren Landbevölkerung beherrscht und  Heimatvereine, Sprachgesellschaften und Heimatbühnen kümmern sich hauptsächlich um den erhalt der Sprache. Auch die vielen Plattdeutschen Autoren tragen zum erhalt des Mönsterlänsk bei.

aus:http://muensterlaender-platt.de/