Kurzvita von Dr. Bernard Krone

                                           Dr. Bernard Krone in seiner “historischen Ecke”

Bernard Krone (BK 3) wurde 1940 in Spelle geboren als ältester Sohn des Bernard Krone (BK 2) und seiner Ehefrau Gertrud. Mittlerweile hat er die Krone – Holding an seinen Sohn Bernard  (BK 4) übergeben.

BK 3 (so wird er in der Firma und im südlichen Emsland hochgeachtet genannt) studierte Landmaschinenbau an der Staatlichen Ingenieur-Schule in Köln und stieg  1963 in das elterliche Unternehmen ein. Die ersten unternehmerischen Erfahrungen machte er in Irland und wurde dann Prokurist in Spelle. 1968 übernahm er die Geschäftsführung.  Der frühe Tod seines Vaters bedingte, dass er nun als Alleinerbe den schnell wachsenden Betrieb übernehmen musste.

Als zweites Standbein gründete er ein  Fahrzeugwerk in Werlte, wo zunächst landwirtschaftliche Anhänger gebaut wurden. Heute laufen dort “nur noch” LKW Trailer zu Tausenden vom Band. Diese sind auf Europas Straßen nicht zu übersehen.

In den Landmaschinenfabriken in Spelle leitete Bernard Krone in den 80er Jahren die Spezialisierung auf die Futtererntetechnik ein. Rund um die Jahrtausendwende gelang Krone der Einstieg in die Selbstfahrtechnik. Seither baut Krone den selbst fahrenden Großflächenmäher Big M und den Feldhäcksler Big X. Mittlerweile werden jährlich 2 Milliarden Umsatz gemacht und es sind über 4000 Fachleute beschäftigt.

Dr. Bernard Krone zeichnet in seinem nachfolgenden Beitrag die Firmengeschichte in Platt nach…

 

  Dr. Bernard Krone neben der ersten Maschine, die sein Großvater BK 1 baute.

Fotos: Archiv Robben

 

 

Erhalt des Plattdeutschen: pro und kontra

https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/gesellschaft/pro-und-kontra-plattdeutsch100.html

eingesehen am 31.12 2917

 

Zwei engagierte Personen beziehen hier Stellung:

Christiane Ehlers (Institut für niederdeutsche Sprache) spricht sich für die fördernde Erhaltung der niederdeutschen Sprache  aus. Sie präsentiert die “Narichten op Platt” auf Bremen Eins.

Als ich drei Jahre alt war, dachte ich, meine Eltern könnten sich gegenseitig nicht verstehen und ich müsse übersetzen. Mit mien Mudder snack ik Platt. Und mit meinem Vater Hochdeutsch. De een fraag ik, wannehr ik na Bett mutt. Mit dem anderen versuchte ich zu verhandeln, ob es nicht doch noch einen Nachtisch gibt. Für mich eine ganz klare sprachliche Trennung. Und eine Zeitlang habe ich wohl wirklich zwischen meinen Eltern übersetzt. Platt höört för mi dorto. Ik denk, drööm, snack, schimp, frei un arger mi op Platt. Und auf Hoochdeutsch. Mal so, mal so.

Das Nebeneinander der Sprachen ist für mich geblieben. Ich möchte keine der beiden missen. Ik bün riek. Ik heff en Tohuus. Und ich habe ein Zuhause. Ik heff den Wind, den wieden Blick, de grönen Wischen un dat “Moin”. Ich habe die Ferne, das Reisen und das Abenteuer. Ik weet, ik heff mien Familie, op de ik mi verlaten kann. “Na, mien Deern, wo weer dien Dag?” Das werde ich auch mit 36 noch gerne gefragt. Die Antwort, die ich gebe, ist ehrlich. Ich muss mich nicht verstellen. “Ach, dat geiht. Maakst du mi en Tass Tee?”

Platt hat mich nie verlassen. “Ik wull, wi weern noch kleen, Jehann, dor weer de Welt so groot…” – dieses Lied aus meiner Kindheit ist wohl einer meiner häufigsten Ohrwürmer. Platt ist für mich ein Teil meiner Vergangenheit, man ok jümmers en Deel vun vundaag. Auf Platt kann ich mich verlassen. Was auch passiert im Leben, wie weit ich weg bin, meine Sprache, mein Grundvertrauen, meine Geborgenheit werde ich nie verlieren. Mien Tohuus blifft mien Tohuus.

Soltwater und Meeresrauschen. Tofreden ween und Heimat. Ik heff twee Spraken. Ik bün riek.

Alexander Drechsel  ist Online-Autor bei Radio Bremen und bezieht die Gegenposition:

Ich schätze mich als heimatverbunden ein. Auch pflege ich die ein oder andere Tradition und versuche, sie an meine Kinder weiterzugeben. Gelebte Tradition hilft bei der eigenen Standortbestimmung und ist Kitt für den Zusammenhalt – kurzum: Sie ist ein Identifikationsmerkmal.

Das entscheidende Wort ist aber “gelebt”. Plattdeutsch wird von den meisten Menschen in Norddeutschland nicht mehr gelebt. Platt ist vielleicht gelebte Tradition der Vorkriegsgenerationen. Heute aber sind die Meisten nicht mit Platt zu Hause aufgewachsen, haben es nicht täglich auf dem Spielplatz, beim Einkaufen oder im Sportverein gesprochen. Und trotzdem fühlen sich die Menschen hier Ihrer norddeutschen Heimat verbunden.

Dass Plattdeutsch stirbt, liegt auch an unserem Aktionsradius, der bei einem Großteil der hier lebenden Menschen weit über die norddeutsche Tiefebene hinausreicht. Jenseits von Münster versteht niemand Platt. Der Geschäftspartner in München, Madrid und Mumbai erst recht nicht.

Platt ist ein Opfer der Globalisierung. Das Rad zurückdrehen zu wollen, ist weltfremd – im Gestern verhaftet.

Aber seit Jahren gibt es zahlreiche Versuche, Plattdeutsch wiederzubeleben. Nur der Erfolg bleibt aus. Platt ist kein Massenphänomen, weil es als Alltagssprache nicht mehr taugt. Trotzdem gibt es an vier Grundschulen in Bremen Plattdeutsch als Unterrichtsfach oder als verpflichtende AG. Ein Gymnasium plant die Einführung als Wahlpflichtfach.

Das ist falsch. Traditionspflege ist keine schulische Aufgabe. Die in Platt investierte Zeit fehlt an anderer Stelle. Ein Beispiel: Kinder irren durch soziale Medien, die den Alltag tatsächlich prägen.

Viele Kinder können weder den Wahrheitsgehalt von Posts noch die verhängnisvolle Wirkung von virtuellem Mobbing einschätzen. Wer meint, dass Plattdeutsch wichtiger sei als das systematische Erlernen von Medienkompetenz in der Schule, der kann Kindern auch Feuermachen in einer Steinzeithöhle beibringen.

Platt gehört in Traditionsvereine und auf einschlägige Theaterbühnen. Die norddeutsche Identität wird es trotzdem weiterhin geben.

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Die Vereinigung Quickborn

Quickborn – Vereinigung für niederdeutsche Sprache und Literatur e. V.

Die Entstehungsgeschichte der Vereinigung

Gegründet am 17. Februar 1904 auf Initiative des Hamburger Schulrats Adolf Stuhlmann als „Freie Vereinigung von Freunden der Niederdeutschen Sprache und Literatur“, stellte die Vereinigung, deren Name ab 1906 „Quickborn, Vereinigung von Freunden der niederdeutschen Sprache und Literatur“ lautete, eine von bildungsbürgerlichem Bewußtsein getragene Institution der Heimatkunstbewegung dar. Die „Pflege der Quickborn – Vereinigung für niederdeutsche Sprache und Literatur e. V.niederdeutschen Sprache und Literatur“ war und ist ihr erklärtes Ziel. Seit 1977 hat sie sich auch die wissenschaftliche Forschung auf diesem Gebiet ausdrücklich zur Aufgabe gemacht. Bis zum Ersten Weltkrieg führten ihre Mitglieder 164 Zusammenkünfte durch, von denen die meisten den Charakter von Arbeitsversammlungen hatten, bei denen aus ihrem Kreis Vorlesungen und Vorträge über sprachliche, volkskundliche und literarische Themen gehalten wurden. Gorch Fock, der mehrere Jahre im Vorstand der Vereinigung aktiv mitgearbeitet hat, trug an einem dieser Abende seine erste plattdeutsche Erzählung vor. Öffentliche Veranstaltungen mit zahlreichen Teilnehmern brachten der Vereinigung viel Zulauf und dem Plattdeutschen vor allem in Hamburg erhöhtes Ansehen. Sie galten dem früh verstorbenen niederdeutschen Dramatiker Fritz Stavenhagen (1876-1906), der dem Begründer der neuniederdeutschen Literatur Klaus Groth (1819-1899) und dem noch bekannteren „Klassiker“ dieser Literatur, Fritz Reuter (1810-1874), dessen Landsmann, dem Erzähler und Lyriker John Brinckman (1814-1870, und dem Holsteiner Johann Hinrich Fehrs (1838-1916), der Ehrenmitglied der Vereinigung war.

https://www.quickborn-vereinigung.de/

Ursachen für die dialektalen Sprachbarrieren

Ohne Zweifel lassen sich sozialpsychologische und linguistische Ursachen für die besonderen schulischen Probleme der Dialektsprecher beschreiben.

So war es im niederdeutschen Sprachgebiet weithin in ländlichen Schulen bis etwa 1960:

Die sozialpsychologischen Ursachen beruhen darauf, daß der Dialekt durch die Entstehung und Ausbreitung der Einheitssprache in den meisten Gegenden eine Abwertung erfahren hat. Er gilt als veraltet und falsch, als Zeichen dörflicher bzw. niedriger sozialer Herkunft und auch als Indikator für geringere Intelligenz. Derartige Bewertungen beeinflussen auch die Einstellungen und Leistungserwartungen der Lehrer gegenüber Dialektsprechern. Zudem können die schlechteren einheitssprachlichen Leistungen der Dialektsprecher als sogenannter Hofeffekt auf die Leistungserwartungen der Lehrer und ihre Leistungs­beurteilungen in anderen Fächern durchschlagen. Die Dialektsprecher selbst neigen dazu, die negative Einschätzung durch ihre Umgebung als Selbstein­schätzung zu übernehmen. Sie halten sich für weniger intelligent und leistungsfähig und sind sich auch ihrer

geringeren einheitssprachlichen Leistungen durch­aus bewußt, erleben sie doch immer wieder Kritik und Korrektur ihrer Ausdrucksweise. Sie verlieren schließlich das Vertrauen in ihre eigene Lei­stungsfähigkeit und entwickeln Unzulänglichkeitsgefühle. Das führt in der Schule zu zusätzlichen Fehlleistungen und zu einem Verstummen aus Angst vor Blamage. Damit bestätigen die Dialektsprecher im Sinne einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung die Vorurteile, die ihnen entgegengebracht werden (1).

1 Aus: Ammon, Dialekt, soziale Ungleicheit und Schule. Weinheim/Basel 1973, Seite 149-153

Diese Erfahrungen, dass seinerzeit die Kinder mit ausschließlich Plattdeutschkenntnissen einer deutlichen Sprachbarriere ausgesetzt waren, bauten in Verbindung mit den Leistungserwartung der Lehrerschaft sich zu einem schier unüberwindbarer Teufelskreis auf.

 

Angaben zum Buch: Niederdeutsch in der Schule (Hg.) Ludger Kremer, Beiträge zur regionalen Zweisprachigkeit, Münster 1989, hier: Seite 67

10 Jahre Institut für niederdeutsche Sprache

Diesen Zeilen stammen vom damaligen Präsidenten Prof. Dr. Dieter Stellmacher.

Sie zeigen, dass nach der Gründung und in den ersten 19 Jahre durchaus auch Schwierigkeiten zu überwinden waren…

Schlußwort

Kein Huus ahne Muus, so heißt ein Sprichwort in südniedersächsischem Platt. Nichts ist ungetrübt, auf diese Weise werden wir diese Volksweis­heit zu verstehen haben. Das gilt auch für das Vorstehende. Wir wollten zeigen, daß die Gründung eines Instituts für niederdeutsche Sprache ein Wagnis in mehrfacher Weise war und eine Aufgabe all denen bleibt, die wissen, daß es »Sprachen in der Sprache« gibt. Gelingen konnte der Ver­such, weil man in der norddeutschen Kulturlandschaft den Wert der alten, der anderen Sprache nicht vergessen hatte. Aber, wer nich gaud dünget, dei kann aak nich gaud amen. Die Südniedersachsen, die uns dieses Wort überliefert haben, meinten zu recht, daß der gute Wille allein nicht ausrei­che. Es mußten schon die Hände geregt, der Verstand bemüht werden, wollte man erreichen, was das Institut für niederdeutsche Sprache in den verflossenen zehn Jahren geschafft hat. Ein bißchen Stolz über das Er­reichte klang schon mit, auch wenn wir alle wissen, daß noch viel zu tun ist. Damit wir dabei nicht allein bleiben, sei diese Schrift all jenen ans Herz gelegt, denen regionale Kulturförderung mehr als eine Floskel be­deutet.

Wir tun ja nichts Unzeitgemäßes und nichts Kurzlebiges. Wat schrifft, dat klifft, zum dritten Mal sei die Weisheit der Südniedersachsen bemüht: Das Geschriebene bleibt nicht ohne Folgen. Und das soll für das nächste Jahrzehnt unser Leitspruch sein. Diejenigen, die uns »beim Schreiben« helfen wollen, werden gehört und bekommen Gelegenheit, das Ihre zu tun. Möge das Institut für niederdeutsche Sprache bei seiner vielen und vielfältigen Arbeit nicht allein bleiben, denn seine Arbeit geht uns alle an!

Dieter Stellmacher

Hier wurde das Demenz – Begleitprogramm getestet

  •  Schwester Debora, Sankt Katharina Thuine

Tel. Nr. 05902 94950

www.st-katharina-thuine.de

info@st-katharina-thuine.de

 

  • Michael Heeke, Vitalis Wohnpark Bad Essen

Tel. Nr. 05472 959445

www.vitalis-wohnpark.de

mheeke@wohnpark-vitalis.de

 

  • Dagmar Heidtmann, PRO DEM e. V. Weyhe, Stuhr

Tel. Nr. 0421 8983344

www.prodem-stuhr-weyhe.de

info@prodem-stuhr-weyhe.de

 

 

  • Andreas Plagge, Wohnstift am Vechtesee, Nordhorn

Tel. Nr.  05971 873 502

www.hansa-gruppe.de

hl.nordhorn@hansa-gruppe.info

 

 

  • Alteneinrichtung der Gemeinde Spelle

Koordinator: Hermann Möller

Tel. Nr. 05977 919717 und 0170 7663533