https://rock-popmuseum.de/specials-d/popp-up-platt-d.html
Tönne Speckmann ist bekannt durch „POP UP PLATT“ als kauziger Museumsführer des rock’n’popmuseum in Gronau.
Weitere Informationen – dringend empfohlen:
www.wippsteert-band.de/
Wegen der stark steigenden Corona Ansteckungsgefahren sehen wir uns schweren Herzens veranlasst, diese mit den angesprochenen Autoren*innen bis ins Detail abgestimmten Veranstaltungen zunächst ausfallen lassen zu müssen:
Sonntag: 21. 11. 2021 Wettringen
Montag: 22. 11. 2021 Lingen
Mittwoch: 24. 11. 2021 Tecklenburg
Donnerstag: 25. 11. 2021 Spelle
Da wir allerdings in der Vorbereitungsphase schon ein erfreulich großes Interesse an diesen Vorstellungen erfahren konnten, möchten wir in der Nachboosterzeit diese dringend nachholen.
Stand: 18. 11. 2021 15 Uhr
Heimathaus Wettringen zur Weihnachtszeit (Foto: HV Wettringen)
Buchpräsentation Wat, de kann Platt? im Heimathaus in Wettringen
am 21. November 2021 ab 15 Uhr
Musikalische Einleitung von Strauhspier
Musik von Strauhspier
Beiträge von Autoren*innen
Musik von Strauhspier
Musik von Strauhspier
Musik von Strauhspier
https://www.wn.de/muensterland/kreis-borken/gronau/wat-de-kann-platt-2481778?pid=true
Gronau/Kreis Borken
Das Plattdeutsche ist in den letzten Jahrzehnten im gesamten Nordwesten weitgehend aus der Öffentlichkeit verschwunden – selbst auf dem Land. Es finden sich unter jungen Leuten kaum noch aktive Sprecher, selbst in der Gruppe der unter 50-Jährigen sind sie rar. So weit, so traurig. Ein neues Buch widmet sich nun der Sprache.
Der Historiker und Sprachwissenschaftler Dr. Christof Spannhoff vom Institut für vergleichende Städtegeschichte in Münster, der Historiker Dr. Helmut Lensing aus Greven und der ehemalige emsländische Schulleiter Bernd Robben haben nun ein Buch herausgebracht, das sich dem Problem des Verlustes der angestammten Sprache der Region aus einer besonderen Perspektive nähert. Sie gewannen gut 90 Autorinnen und Autoren aus allen Bevölkerungsschichten dafür, ihre jeweiligen persönlichen Erfahrungen mit dem Plattdeutschen niederzuschreiben. Da nicht jeder, der Plattdeutsch spricht oder versteht, auch Niederdeutsch schreiben kann, sind viele Beiträge auf Hochdeutsch verfasst, andere auf Plattdeutsch oder in beiden Sprachen.
Aus dem Kreis Borken sind etliche Autoren in der Neuerscheinung zu finden. Zu nennen wären etwa der Rektor a.D. Josef Pieper vom Heimatverein Epe und Otto Lohle, der als Tönne Speckmann plattdeutsche Führungen durch das Rock’n’Pop-Museum Gronau anbietet. Der in Gronau geborene Karl Sauvagerd trägt mit zwei niederdeutschen Gedichten zum Gesamtwerk bei. Zu lesen sind weiterhin Beiträge der Kreisheimatpflegerin Christel Höink aus Vreden, des ehemaligen Landrats Gerd Wiesmann, der die grenzüberschreitende Bedeutung des Plattdeutschen betont, und des Sprachwissenschaftlers Prof. Dr. Ludger Kremer, der sich beruflich mit dem Niederdeutschen beschäftigt. Heinrich Sieking aus Gescher berichtet von der örtlichen niederdeutschen Theatertruppe, die Plattdeutsch-Autoren des Kreises repräsentieren Friedrich Volmer (Ahaus/Vreden) und Annette Winkelhaus aus Wessum.
Eine Vielzahl überregional bekannter Persönlichkeiten aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens beteiligt sich ebenfalls an dem Plattdeutsch-Buch. Dies reicht von der Bundesbildungsministerin Anja Karliczek aus Brochterbeck und dem Menschenrechtsaktivisten Pfarrer Peter Kossen aus Lengerich über den Landwirtschaftsautor Gisbert Strotdrees aus Münster und Unternehmer wie die Landmaschinenhersteller Bernard Krone (Spelle) und Klaus Dreyer (Amazone), von denen man gar nicht erwartet, dass sie Plattdeutsch sprechen. Auch niederdeutsche Musiker und Autoren wie beispielsweise die Bands „Strauspier“ und „Wippsteert“ und der Niederdeutsch-Autor Otto Pötter aus Rheine kommen zu Wort.
Die wohl älteste Niederdeutsch-Vereinigung der Region ist gleich zweifach vertreten. Richard Schmieding aus Münster führt in die wechselvolle Geschichte der Abendgesellschaft Zoologischer Garten zu Münster (AZG) ein, deren selbst geschriebenen niederdeutschen Stücke – unter anderem von ihm – über Jahrzehnte von Theatergruppen im weiten Umfeld nachgespielt worden sind. Und der aktuelle Vorsitzende Gerhard Schneider schildert, wie er als Schlachter aus Sachsen plattdeutscher Theaterspieler und Professor-Landois-Darsteller geworden ist.
Auch „Exoten“ finden sich hier wie der US-Amerikaner Alan Harms aus Münster, der anschaulich darlegt, welches Verhältnis ein Sohn des tiefsten Mittleren Westens der USA zum Plattdeutschen pflegt.
Wer die häufig sehr persönlichen Beiträge durchgelesen hat, wird verstehen, was es für das Leben vieler Münsterländer und anderer Plattdeutsch-Sprecher bedeutete, was als ein Resümee in der Einführung über die Bildungspolitik in den 1960er-Jahren festgehalten wurde. Denn im Zuge der damaligen Diskussion über das Bildungsdefizit der ländlichen Bevölkerung begannen Schulen und Universitäten einen massiven Feldzug gegen das Plattdeutsche. Es wurde als entscheidendes Bildungshemmnis – häufig sogar als Merkmal von Unterschicht und Bildungsferne – angesehen. Zwar trat der vielfach als unmittelbar bevorstehende prophezeite Untergang des Niederdeutschen bislang nicht ein. Dennoch ist nicht zu bestreiten: Die Bemühungen von Schule und Universitäten waren nicht erfolglos. Wie hier zu lesen ist, entschieden sich der Großteil der Eltern, dem Drängen der Schulen zu folgen und mit ihren Kindern nicht mehr Plattdeutsch zu reden. So können viele der Autorinnen und Autoren zwar Plattdeutsch verstehen, aber nicht mehr fließend sprechen, erst recht nicht schreiben, heißt es in einer Mitteilung.
Die Beiträge von zwei bis zwölf Seiten sind mal amüsant, mal lehrreich oder interessant, manchmal nachdenklich und häufig heiter. Illustriert sind sie mit zahlreichen Bildern von Theateraufführungen und vielen Zeugnissen des plattdeutschen Lebens. Auflockerung bieten eingestreute niederdeutsche Gedichte und plattdeutsche Erzählungen. Durch QR-Codes ist es überdies möglich, etliche Autoren und Autorinnen selbst sprechen zu hören oder zu plattdeutschen Musikstücken zu gelangen.
Mit leichter Verspätung durch “Corona” mit Papierengpässen ist das Buch nun im Buchhandel zu erwerben.
Da mehrere angestammte Buchhandlungen in der Region aufgegeben haben und die Innenstädte gerade von unserem möglichen Käuferkreis Ü50 wegen der weiterhin bestehenden Corona-Gefährdungen weniger aufgesucht werden, bieten wir auch einen Einkauf direkt bei uns auf diesem Wege an:
Wat, de kann Platt? Selbstzeugnisse, Geschichten und Gedichte aus dem Münsterland und dem Osnabrücker Land. Hrsg. von Helmut Lensing, Bernd Robben u. Christof Spannhoff, Meppen 2021, ca. 370 S., 24,90 Euro, ISBN 978-3-9821831-4-5. Bestellungen unter: kontakt@emslandgeschichte.de
Folgende Buchpräsentationen in den einzelnen Regionen des Verbreitungsgebietes sind vor Weihnachten geplant:
Zu den einzelnen Veranstaltungen soll jewels informiert werden
Weitere Veranstaltungen – vor allem im Westmünsterland – sind vorgesehen.