Ewald Christophers

Nach dem 2. Weltkrieg, den er als Soldat erlebte, studierte er an der Pädagogischen Hochschule in Hannover. Danach war er ab 1948 als Lehrer in Ostfriesland tätig

Zunächst betätigte sich Christophers nebenberuflich als plattdeutscher Autor. Dann stieg er als regionaler Berichterstatter beim NDR ein. Aber auch als Autor  hat er in zahlreichen Lesungen Plattdeutsches aus seiner Feder vorgetragen und wurde so ein besonderer Anwalt der plattdeutschen Sprache.

Überregional bekannt wurde Ewald Christophers in seiner Funktion als Moderator der plattdeutschen NDR-Talkshow Talk op Platt von 1982 bis 1995.

Ewald Christophers starb  2003 im Alter von 81 Jahren.


Foto:Ostfriesische Landschaft

Yared Dibaba – ein überzeugender Vertreter des Plattdeutschen

Foto: Frank Schwichtenberg in Wikipedia

Plattdeutsch beherrscht Yared Dibaba wie seine Muttersprache. Obwohl der plattsnackende Moderator in Äthiopien geboren ist, fühlt er sich seit seinem vierten Lebensjahr im Norddeutschen heimisch: „Früher habe ich wegen meiner Hautfarbe kaum Jobs gekriegt. Als dann bei mir das Plattdeutsch dazu kam, war das auf einmal etwas Besonderes und ich ein gefragter Schauspieler.

… so wurde er zur Sendung angekündigt.

Margit Sponheimer

Leider gelang es  Margit Sponheimer durch einen zu starken Hang zur Selbstdarstellung nicht, den heutigen Stellenwert der Dialektnutzung im gesamten Rheinland zu erklären. Bei ihr stand nur der Karneval im Fokus.

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/0b/2017_Fastnacht_in_Franken_-_Margit_Sponheimer_-_by_2eight_-_DSC9753.jpg

So wurde sie zur Sendung angekündigt:

Margit Sponheimer ist zwar in Frankfurt geboren, wurde aber als „Meenzer Mädsche“ zur Ikone. 40 Jahre lang war die Schlagersängerin aus der Fastnachtsszene nicht wegzudenken und wurde mit ihren Auftritten zur Kultfigur. Das Rheinhessische war immer ihr Markenzeichen: „Das hat für viele so was Heimeliges. Niemand sollte leugnen, aus welchem Stall er kommt. “

 

Christoph Sonntag – Urschwabe

So wurde er zur Sendung angekündigt:

Seit ewigen Zeiten stehe ich jetzt schon auf den Bühnen der Republik und bin insbesondere im Sendegebiet von SWR3, also vor allem in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz unterwegs.

Mit dem „Fundamt für peinliche Verluste“ ging es los bei SWF3, über viele Comedyformate hin zu ‚AZNZ‘ »Alte Zeiten Neue Zeiten«. Die AZNZ-Tour hatte mehr als 200.000 Zuschauer und hat den SWR dazu verführt, mich den »König des schwäbischen Kabaretts« zu nennen, was ich ihm bis heute nicht übel nehme.

Heute schreibe und produziere ich jede Woche zwei neue »# Bloss kein Trend verpennt« Comedies für SWR3, Deutschlands beliebtestem Radiosender.

Im SWR-Fernsehen seht Ihr mich in verschiedenen Formaten: »Meister des Alltags«, »Ab durch die Heimat«, »Verstehen Sie was?«, »Sonntag am Freitag« (Landesschau) und nicht zu vergessen meine alljährliche Kult-Sendung »Bruder Christophorus – das jüngste Gerü(i)cht«.

In der übrigen Zeit kümmere ich mich um die Projekte meiner gemeinnützigen »Stiphtung Christoph Sonntag«.

Kernstück meiner Arbeit aber ist und bleibt die Liveshow, da komme ich her und da gehöre ich hin.

http://Von Frank C. Müller, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11202909

Harald Schmidt und sein schwäbischen Dialekt

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/83/HaraldSchmidt-IMG_4906.jpg

Nürtingen! Wie oft fiel der Name seiner schwäbischen Heimat in seinen Shows. Harald Schmidt legte den Grundstein seiner Showmasterqualitäten bereits, als er die Treppe seines Elternhauses mit den Worten „Guten Abend, meine Damen und Herren“ hinabschritt. Seinen Heimatdialekt beherrscht der Exilschwabe perfekt: „Meine Herkunft ist der Humus, von dem ich heute noch zehre.“

 

 

Sendung im SWR: Markenzeichen Dialekt (22. 12. 2017)

http://www.ardmediathek.de/tv/NACHTCAF%C3%A9/Nachtcaf%C3%A9-Markenzeichen-Dialekt/SWR-Fernsehen/Video?bcastId=247716&documentId=39733996

Teilnehmer:

Harald Schmidt – Exilschwabe
Margit Sponheimer – Mainzer Fastnachtsikone
Christoph Sonntag – Ur-Schwabe
Melanie Müller – Sächsische Dschungelkönigin
Yared Dibaba – Plattdeutsch-Fan
Andrea Wittmann – Bayerische Jodel-Weltmeisterin
Ariane Willikonsky – Sprecherzieherin

 

So heißt es in der Anmoderation der Sendung:

Du, ganga mer gschwend a Bierle zischa?“ Wenn der Schwabe seinen neuen norddeutschen Kollegen nach Feierabend in die Eckkneipe einladen will, dann ist die erste spontane Reaktion ein irritiertes Stirnrunzeln.

Für die Einen ist er eine Liebeserklärung an die Heimat, für Andere das Grauen: Der Dialekt. Bei uns wird gebabbelt, geschwätzt und geschnackt. Eines ist aber sicher: Lokalkolorit polarisiert.

„Höma, wenne dat probieren tus, dann bisse vonne Socken!“ Wenn der Ruhrpottler von seinem „Möhrenunternander mit Frikadelle“ schwärmt, dann stellen sich bei dem ein oder anderen die Ohren quer. Wenn die Sächsin nach „Taschentiescher“ oder einem „Bliemchenkaffee“ fragt, kann es gut sein, dass das Gegenüber erst mal „gor nüscht“ versteht. Der Franke wiederum macht aus einem Croissant ein „Hörnla“, die Konservendose heißt bei ihm „Biggsnfudda“.

Wer im breiten Dialekt unterwegs ist, muss mit Verständigungs- und Akzeptanzschwierigkeiten rechnen. „Markenzeichen Dialekt“ – darum geht es im Nachtcafé. Diesmal kommen die Nachtcafé-Gäste aus allen Ecken Deutschlands – ein Gipfeltreffen in dialektaler Reinform.

Zusammenfassendes Urteil zur Sendung:

Wenn die Gespräche auch mehr zur Selbstdarstellung der einzelnen Gäste verkam (insbesondere bei Frau Sponheimer), konnten doch Eigentümlichkeiten der einzelnen Dialekte herausgestellt werden. Das gelang insbesondere Yared Dibaba, der die Sonderrolle des Plattdeutschen als Sprache – nicht Dialekt – vorstellen konnte.

Siehe nachfolgende Einzelbetrachtungen:

Zur Untersuchung von Prof. Dr. Dieter Stellmacher (GETAS)

Nach einem ersten Besuch im Niederdeutschen Institut in Bremen Ende der siebziger Jahre war ich dann auch in mehreren Folgejahren jeweils in Sommerferien dort, um neuere plattdeutsche Erscheinungen zu sichten. Insbesondere kleinere plattdeutsche Theaterstücke für den Schulunterricht waren dabei von besonderem Interesse.

Dabei habe ich die beiden Geschäftsführer Herrn Dr. Wolfgang Lindow  und Herrn Dr. Schuppenhauer kennen gelernt. Das waren jeweils aus meiner Sicht interessante Gespräche zwischen mir als Schulpraktiker aus einem plattdeutschen Umfeld und den Wissenschaftler mit vielseitigen Kontakten zu Fachleuten in ganz Norddeutschland und darüber hinaus.

Bei einer erneuten Erkundungstour im Jahre 1988 gab Dr. Lindow mir diese Untersuchung von Prof. Dr. Dieter Stellmacher mit, lediglich mit dem Hinweis, ich möge mir diese Enquete einmal vor dem Hintergrund meiner bisherigen Erfahrungen in der Schulpraxis anschauen.

Insbesondere nachfolgende Zeilen machten mich angesichts meiner Erfahrungen vor Ort stutzig und ich habe mir darauf eine weitere wissenschaftliche Untersuchung besorgt, um Vergleichsmöglichkeiten zu haben.

 Niederdeutsch ist nicht tot, die Sprache lebt und – wie die Vergleiche mit älteren Untersuchung erbracht haben – sie hat in den letzten 20 Jahren keineswegs an Boden verloren. Die Freude darüber ist auch Verpflichtung, das sprachliche nebeneinander zu erhalten und somit ein wesentliches Merkmal der norddeutschen Sprachkultur.

Die Sprachwissenschaft hat bei der Untersuchung des Niederdeutschen heute einen bemerkenswerten Versuch überregionaler, überinstitutioneller und interdisziplinärer Zusammenarbeit erfolgreich bestanden, sie hat auf diese Weise neue Einsichten zum Sprachgebrauch und zum Sprachwandel (der ja heute eher Funktionswandel als Sprachersetzung ist) gewonnen und ihr bleibt noch viel Material auszuwerten. Die niederdeutsche Kulturarbeit, insbesondere das Bremer Institut für niederdeutsche Sprache, weiß ich auf einem stabilen Grund und braucht nichts zu befürchten, ihren Gegenstand zu verlieren. Die politisch Verantwortlichen sollten dem Rechnung tragen, dass Millionen norddeutsche ihre alte Sprache sprechen und lesen, sie lieben und in vielfältiger Weise weitergeben möchten. (S. 47)

 

Diese nachfolgend wichtige Anmerkung, die die wissenschaftliche Wertigkeit und tatsächliche Aussagekraft dieser Untersuchung mit der nötigen Selbstkritik genau einordnet, wird nur in einer Fußnote eingebracht, die 8 Seiten später völlig ohne Bezug zum eigentlichen Text “versteckt” ist.

Auch ich habe diese Verbindung erst nach mehrfachem Sichten “entdeckt”…

Dabei wird nicht vergessen, daß alle Daten dieser Untersuchung auf Befragungen zurückgehen und Meinung und Eindrücke wiedergeben. Besonders in der Erp – Studie (siehe Anm. 14) wird immer wieder auf die hohe Subjektivität solcher Meinungsurteile hingewiesen, die nicht mit objektiven Messungen verwechselt werden dürfen. (S. 52)

 

Weitere Erläuterungen dazu finden sich in der Beschreibung zur meiner Untersuchung im Emsland 1989

Auf alle Fälle war die Ausdeutung der GETAS – Befragung durch Prof. Dr. Stellmacher eine wichtige Triebfeder für die umfangreiche Befragung im Emsland.

Im nachfolgenden Untermenü finden sich kritische Stellungnahmen zu GETAS von

  • Dr. Wolfgang Lindow ( ehemaliger Geschäftsführer Institut für Niederdeutsche Sprache in Bremen
  • Dr. Utz Maas (em.Universität Osnabrück)
  • Dr. Hubertus Menke (em. Universität Kiel)
  • Außerdem wird dort ein schematischer Vergleich vorgestellt zwischen der GETAS Untersuchung und der Enquete im Emsland 1989 (Robben)
Dieter Stellmacher 

Wer spricht Platt? Zur Lage des Niederdeutschen heute, Leer 1987