Die bekanntesten niederdeutschen Schriftsteller des 19. Jahrhunderts
Fritz Reuter und Klaus Groth
(M)ein Vergleich von heute.
Ohne Zweifel ist gerade Klaus Groth gelungen, der ersten niederdeutschen Literatur in der Mitte des 19. Jahrhunderts wieder ein festes Fundament zu verschaffen.
Gerade aus dieser Position heraus mag es verständlich sein, dass Groth die Schreibart des Fritz Reuter, die von feinsinnigem Humor und satirischen Elementen geprägt sind – in zum Teil elitärer Art begegnete – auch im persönlichen Umgang. (Fortsetzung folgt)
Hans-Ernst Müller, Ein Beitrag zur Geschichte der Niederdeutschen Sprache, in: Korrespondenzblatt des Vereins für niederdeutsche Sprachforschung 33 (1912), S. 91-93 (über den Gebrauch des Plattdeutschen in Eickel/ Krs. Gelsenkirchen);
Hans Janßen, Leben und Macht der Mundart in Niedersachsen. Oldenburg 1943;
Wilhelm Heinsohn, Die Verbreitung der plattdeutschen Sprache unter der Bevölkerung Hamburgs, in: Korrespondenzblatt des Vereins für niederdeutsche Sprachforschung 70 (1963), S. 22-25,35-38;
Klaus Kamp/Wolfgang Lindow, Das Plattdeutsche in Schleswig-Holstein. Neumünster 1967;
Matthias Hartig, Sozialer Wandel und Sprachwandel. Tübingen 1981 (mit Daten aus dem ostwestfälischen Platt)
Er war ein norddeutscher Schriftsteller, der mit Fritz Reuter auch heute noch als Begründer der neuniederdeutschen Literatur gilt.
Denn nach Luthers Bibelübersetzung ins Hochdeutsche und dem Untergang der Hanse verschwand die niederdeutsche Schriftsprache und damit ihre literarischen Möglichkeiten nahezu völlig.
Als Sohn eines Müllers lernte er früh die Landwirtschaft seiner Heimat Dithmarschen kennen. Mit 14 Jahren begann er eine Schreinerlehre und wechselte mit 18 Jahren auf das Lehrerseminar in Tondern. Aus Geldmangel mußte er 1841 die Ausbildung abbrechen; er kehrte nach Heide zurück und nahm eine Lehrstelle an einer Mädchenschule an. 1847 erlitt der immer kränkliche Groth einen körperlich-seelischen Zusammenbruch; er quittierte den Schuldienst und weilte bis 1853 zur Genesung auf Fehmarn, wo die Gedichtsammlung Quickborn entstand. 1853 zog er nach Kiel um und unternahm größere Bildungsreisen. 1856 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität Bonn; 1858 konnte er sich in Kiel habilitieren, blieb jedoch Honorarprofessor für deutsche Sprache und Literatur. Er versuchte, das Niederdeutsche zu einer Literatursprache auszubauen, in der auch ernsthafte Themen abgehandelt werden konnten; hierüber kam es zum Streit mit Fritz Reuter , der Groths Bestrebung, mit einer niederdeutschen Bewegung zur Erneuerung der deutschen Geisteswelt entscheidende Beiträge zu leisten, ablehnend gegenüberstand.
Fritz Reuter kann als einer der bedeutendsten norddeutschen Kunstschaffenden des 19. Jahrhunderts gelten.
Aus der Sicht seines Vaters, der als Bürgermeister, Stadtrichter und Unternehmer in Stavenhagen eine angesehene Person war, begann das Erwachsenwerden seines Sohnes nicht nach den Wunschvorstellungen: schulisches Desinteresse, Studienabbruch, jahrelange Gefängnisaufenthalte und dazu noch Alkoholprobleme.
Vor allem die künstlerischen Neigungen des Sohnes gefallen dem Vater überhaupt nicht. So beginnt Fritz Reuter mit 21 Jahren ein Jurastudium in Rostock, häufiger in der Kneipe als im Hörsaal…
Um Reichweite des Vaters zu entkommen, wechselte er nach 2 Semestern zur Universität Jena. Dort schließt sich der radikal-republikanischen Burschenschaft “Germania” an.
Das war in der politischen Zeit ein schweres Verbrechen. Der junge Reuter wurde wegen seiner Mitgliedschaft in der radikalen Jenaer Burschenschaft „Germania“ auf der Durchreise in Berlin festgenommen. Später verarbeitete er seine anschließenden Erlebnisse in dem Roman „Ut mine Festungstid“ und schuf damit ein Zeugnis jener Zeit.
1837 erhält er das Todesurteil wegen Hochverrats, wird aber gleich darauf zu 30 Jahren Festungshaft begnadigt. Nun durchlebt er sieben Jahre in unterschiedlichen Haftanstalten.
Fritz Reuter nutzte bewusst die niederdeutsche Sprache in seinen Werken. Dabei generierte Reuter eine neue Form des Niederdeutschen. Diese trug entscheidend zur erfolgreichen Verbreitung seiner Werke im norddeutschen Sprachraum bei. So trug Fritz Reuter entscheidend zur Wiederbelebung des Niederdeutschen in der anerkannten Literatur bei. Seine Werke greifen in besonderer Weise auch soziale Probleme auf, wie etwa in Kein Hüsung.
Seine bekanntesten Werke werden nachfolgend kurz vorgestellt:
Bei einem regionalen Buchprojekt (Die letzten 8o Jahre im Emsland,Emsbüren 2011) bin ich im Zusammenhang mit Urheberrechten von Fotos auf interessante Erfahrungen des Rendsburger Verlegers Hans Hermann Storm mit Erinnerungsarbeit über Bilder bei Demenzkranken gestoßen.
Storm ist vor mehr als drei Jahrzehnten auf einen Fundus alter Fotos seines Onkels gestoßen, die er mit passenden Texten kombiniert veröffentlicht hat. Da er wiederholt Rückmeldungen von Angehörigen demenzkranker Menschen bekam, dass insbesondere die Fotos aus dem früheren Erfahrungsbereich der Kranken offensichtlich immer wieder positive Effekte bei diesen erzielen konnten, hat er mit Hilfe von Fachleuten Bücher mit „Fotosprache” für Alteneinrichtungen, die mittlerweile sehr erfolgreich sind, herausgebracht.
In einem längeren Telefonat berichtete Hans Hermann Storm mir, dass er bei der Therapiearbeit mit Demenzkranken unter
Auch ich erhielt nach Veröffentlichung meines Bildbandes ähnliche Rückmeldungen wie Hans Her-mann Storm. Ältere Menschen (insbesondere an Demenz erkrankte Emsländer) nahmen das Buch nach Auskunft von Angehörigen nicht selten sogar täglich in die Hand und sind darin vertieft und äu-ßern sich auch dazu. Diese Reaktion hat mich ermutigt, zunächst eine Sammlung von Erinnerungsfotos zu dem Themen Ernten früher und Leben und Wohnen damals ähnlich wie Storm in jeweils einem Erinnerungsbuch zusammenzustellen.
EPSON MFP image
Anders als Hans Hermann Storm habe ich nicht nur einzelne Fotos hintereinander gestellt, sondern zu den beiden Themen jeweils 25 Fotos in einer logischen Folge so in ein Ringbuch gebracht, dass links in DIN-A-4-Querformat das jeweilige Foto (schwarz-weiß) erscheint, rechts wird das Bild kurz kommentiert. Dazu habe ich eine entsprechende Power-Point-Präsentation entwickelt.
Als dritte Ebene kommt das Plattdeutsche ins Spiel: Das ist eine Kombination aus den Fotos der beiden oben genannten Themen und den beigegebenen Kommentaren, die nun auf einer DVD folgender-maßen abläuft: Zunächst erscheint dem Betrachterüber den Fernseher oder einen Beamer ein Foto, das nach einer festgelegten Beobachtungszeit auf Platt kurz kommentiert wird. Danach bleibt das Bild noch für eine weitere Zeitspanne stehen, verschwindet dann langsam, und das nächste Foto taucht in der gleichen Weise auf.
Allerdings wurde in allen Demenzeinrichtungen übereinstimmend festgestellt, dass diese dritte Form einer möglichen Demenzbegleitung den beiden anderen Versionen unterlegen ist.
Während sowohl beim Buch als auch bei der Power-Point-Präsentation der Therapeut bzw. die Betreu-ungskraft auf die zum Teil zahlreichen Hinweise und Anmerkungen der Demenzkranken eingehen kann, läuft die bisherige Version der DVD kontinuierlich ab (ich nenne sie „FotoSprache”), bisher kann sie nicht angehalten werden. Diese Art der Präsentation ist einfach noch zu schnell für die Adressatengruppe. Aber auch hierfür wird es Lösungen geben.
Erfahrungen mit einzelnen Demenzkranken zeigen allerdings ein differenzierteres Bild. Bei der Mitarbeit in einer Selbsthilfegruppe von Angehörigen von Demenzkranken (Haselünne), die im familiären Umfeld betreut werden, erwies sich dieses Medium für Einzelpersonen als durchweg praktikabel. Mehrfach wurde berichtet, dass die Angehörigen bei der Vorführung der DVD eine echte Entlastung erfahren: Die Erkrankten sind dabei durchweg so sehr angesprochen, dass sie während dieser Zeit unbeobachtet bleiben können. Diese Einzelbefunde können allerdings nicht verallgemeinert werden, die Messgrundlage ist einfach zu schmal. Diese ersten Erprobungen ermutigen aber dazu.
Ebenfalls sehr erfreulich waren die übereinstimmenden Erkenntnisse aus den Alteneinrichtungen, in denen nicht nur Demenzkranke betreut werden: Gerade die Gesunden fühlten sich von diesen DVDs in der Kombination von Erinnerungsfotos und ihrem Platt ganz besonders angesprochen. Die Nahsprache Platt kann sich über den Wohlfühlfaktor zweifellos positiv auf das gesundheitliche Empfinden und auf den Heilungsprozess auswirken.
Bei einem regionalen Buchprojekt (Die letzten 8o Jahre im Emsland, Emsbüren 2011) bin ich im Zusammenhang mit Urheberrechten von Fotos auf interessante Erfahrungen des Rendsburger Verlegers Hans Hermann Storm mit Erinnerungsarbeit über Bilder bei Demenzkranken gestoßen.
In einem längeren Telefonat berichtete Hans Hermann Storm mir, dass er bei der Therapiearbeit mit Demenzkranken unter Verwendung des Plattdeutschen in Kombination mit diesen speziellen Fotobänden ganz besondere Erfolge erzielt habe. In mehreren Fällen hätten Kranke, die schon seit längerer Zeit nicht mehr gesprochen hätten, zum Erstaunen der Betreuer und der Angehörigen zu ihrer Sprachfähigkeit zurückgefunden.
Auch ich erhielt nach Veröffentlichung meines “Emslandbuches” ähnliche Rückmeldungen wie Hans Hermann Storm. Ältere Menschen (insbesondere an Demenz erkrankte Emsländer) nahmen das Buch nach Auskunft von Angehörigen nicht selten sogar täglich in die Hand und sind (waren) darin vertieft und äußer(te)n sich auch dazu. Diese Reaktionen haben mich ermutigt, zunächst eine Sammlung von Erinnerungsfotos zu dem Themen Ernten früher und Leben und Wohnen damals ähnlich wie Storm in jeweils einem Erinnerungsbuch zusammenzustellen.
EPSON MFP image
Anders als Hans Hermann Storm habe ich nicht nur einzelne Fotos hintereinander gestellt, sondern zu den beiden Themen jeweils 25 Fotos in einer logischen Folge so in ein Ringbuch gebracht, dass links in DIN-A-4-Querformat das jeweilige Foto (schwarz-weiß) erscheint, rechts wird das Bild kurz kommentiert. Dazu habe ich eine entsprechende Power-Point-Präsentation entwickelt.
Als dritte Ebene kommt das Plattdeutsche ins Spiel: Das ist eine Kombination aus den Fotos der beiden oben genannten Themen und den beigegebenen Kommentaren, die nun auf einer DVD folgendermaßen abläuft: Zunächst erscheint dem Betrachter über den Fernseher, Laptop oder einen Beamer ein Foto, das nach einer festgelegten Beobachtungszeit auf Platt kurz kommentiert wird. Danach bleibt das Bild noch für eine weitere Zeitspanne stehen, verschwindet dann langsam, und das nächste Foto taucht in der gleichen Weise auf.
Allerdings wurde in allen Demenzeinrichtungen übereinstimmend festgestellt, dass diese dritte Form einer möglichen Demenzbegleitung den beiden anderen Versionen unterlegen ist.
Während sowohl beim Buch als auch bei der Power-Point-Präsentation der Therapeut bzw. die Betreu-ungskraft auf die zum Teil zahlreichen Hinweise und Anmerkungen der Demenzkranken eingehen kann, läuft die bisherige Version der DVD kontinuierlich ab (ich nenne sie „FotoSprache”), bisher kann sie nicht angehalten werden. Diese Art der Präsentation ist einfach noch zu schnell für die Adres-satengruppe. Aber auch hierfür wird es Lösungen geben.
Erfahrungen mit einzelnen Demenzkranken zeigen allerdings ein differenzierteres Bild. Bei der Mitarbeit in einer Selbsthilfegruppe von Angehörigen von Demenzkranken (Haselünne), die im familiären Umfeld betreut werden, erwies sich dieses Medium für Einzelpersonen als durchweg praktikabel. Mehrfach wurde berichtet, dass die Angehörigen bei der Vorführung der DVD eine echte Entlastung erfahren: Die Erkrankten sind dabei durchweg so sehr angesprochen, dass sie während dieser Zeit unbeobachtet bleiben können. Diese Einzelbefunde können allerdings nicht verallgemeinert werden, die Messgrundlage ist einfach zu schmal. Diese ersten Erprobungen ermutigen aber dazu.
Ebenfalls sehr erfreulich waren die übereinstimmenden Erkenntnisse aus den Alteneinrichtungen, in denen nicht nur Demenzkranke betreut werden: Gerade die Gesunden fühlten sich von diesen DVDs in der Kombination von Erinnerungsfotos und ihrem Platt ganz besonders angesprochen. Die Nahsprache Platt kann sich über den Wohlfühlfaktor zweifellos positiv auf das gesundheitliche Empfinden und auf den Heilungsprozess auswirken.