Ich halte das Niederdeutsche für eine ungemein kraftvolle und lebendige Sprache, die in der Skala ihrer Ausdrucksmöglichkeiten und in der Treffsicherheit ihrer Bilder, Vergleiche und Sprichwörter das hochdeutsche weit in den Schatten stellt. Nicht umsonst haben ja die Dichter und Schriftsteller, dieser Sprache mächtig sind, bekannt, dass sie sich am liebsten Niederdeutsch ausdrücken.
.Als ich 1971 das erste plattdeutsche Lied aufnahm, wußte ich nicht, welche Welle sich in Bewegung setzen würde. Auf der einen Seite freute mich das natürlich sehr, auf der anderen Seite mußte ich aber inzwischen zu meinem Bedauern feststellen, daß auch die vielen inzwischen plattdeutsch- oder friesischsingenden jungen Leute nicht mithelfen können, diese Sprachen vor dem Untergang zu retten. Schade!
Mein Großvater sprach Platt ausschließlich, mein Vater gelegentlich, und ich verstehe es. Es ist mir immer als lieber, drastischer Bruder des Hochdeutschen vorgekommen, den man unverdienter Weise in der Küche oder im Stall lässt, wenn der Besuch kommt. Beim Schreiben kommen mir häufig plattdeutsche Ausdrücke unter, deren Treffsicherheit in diesem Falle vom Hochdeutschen nicht erreicht wird. Bereiche gibt es freilich, die dem Platt verschlossen sind. Eine plattdeutsche Predigt: Hier sagt mein Sprachgefühl “ nein“. Die größte Berechtigung dazu sein, hat diese Sprache dort, wo sie lebt: im Gespräch über den Zaun. Sie wird noch lange leben, länger als wir.
Wo, wann und wie sind Sie mit der niederdeutschen Sprache in Berührung gekommen?
Schon als Kind. In den zwanziger Jahren wurde in vielen Stadtteilen Hamburgs bei den Arbeitern und bei den Kindern auf der Straße Platt gesprochen; mein Großvater väterlicherseits, der Lagerarbeiter im Hafen war, sprach nur Platt mit uns Enkelkindern, meistens ebenso unsere Großmutter. Aber auch in der Schule lernten wir zum Beispiel plattdeutsche Gedichte.
Welche Erfahrungen haben Sie im aktiven oder passiven Umgang mit dieser Sprache gewonnen?
Die niederdeutsche Sprache vermittelt ein Gefühl der Gelassenheit und „Gemütlichkeit”. Manche Dinge lassen sich auf Platt leichter sagen als auf Hochdeutsch, vieles klingt nicht so hart.
Was bedeuten diese Kenntnisse und Erfahrungen heute in Ihrem privaten und beruflichen Leben?
In Schleswig-Holstein, Hamburg oder im nördlichen Niedersachsen spreche ich ganz gerne Platt — häufig in der Form von Einschiebseln in der Rede oder der Diskussion, bisweilen aber auch im persönlichen Gespräch. Der Kontakt zur Landbevölkerung, aber auch zu Bauarbeitern oder zu ganzen Belegschaftsversammlungen in Fabriken, ist vieler Orten immer noch auf Platt besser herzustellen. Auch in Holland und in Flandern kann man manchmal mit Platt Gutes bewirken.
Welche Meinung haben Sie über die soziale und kulturelle Bedeutung dieser Sprache in unserer Zeit?
Das Niederdeutsche ist eine eigene Sprache, kein Dialekt. Das Niederdeutsche ist ein Teil unserer Kultur mit eigenständiger Prosa und Poesie. Schon aus diesem Grunde sollte es gepflegt werden. Vielleicht sollten wir nicht nur Naturschutz und Denkmalspflege betreiben, sondern auch Sprachschutz.
aus: Niederdeutsch heute Seite 220
Dr. Werner Remmers
ehem. Niedersächsischer Kultus- und Umweltminister
Helmut Kohl sagte einmal: Wenn Remmers einem was unterjubeln will, spricht er immer plattdeutsch.’ Da war was dran.”
Dr. Bernard Krone
Fabrikant
Ich kann durch meine plattdeutsche Sprache auch meine innere Überzeugung kundtun, daß die Leute ehrlich davon überzeugt sind, der Krone ist noch bodenständig, er gehört zu uns Emsländern.
Foto: Archiv Robben
Dr. Hans Tiedeken
ehem. Präsident des Deutschen Heimatbundes
Ein besonderes Erlebnis war für mich ein Besuch beim Papenburger Club in New York. Hier trafen sich Papenburger Einwanderer, und Pflichtsprache war Platt.
Foto: Archiv Robben
Friedrich Scholten
ehem. Präsident der Landwirtschaftskammer Weser-Ems
Durch Platt werden Hierarchien abgebaut.
Foto: Archiv Robben
Dr. Gerhard Stoltenberg
ehem. Ministerpräsident des Landes Schleswig Holstein
Wie ich bei meinem jüngsten Amerikabesuch aus Anlaß des 200jährigen Jubiläums der USA feststellen konnte, beherrschen selbst nach mehreren Generationsfolgen die Nachkommen noch vielfach die niederdeutsche — oft ausschließlich durch mündliche Überlieferung von Großeltern und Eltern —, dagegen nicht die hochdeutsche Sprache. Noch heute gibt es zahlreiche damals gegründete plattdeutsche Vereine in den USA, die die niederdeutsche Sprache pflegen. Diese Erfahrung beweist, wie lebenskräftig das Plattdeutsche ist.
Bericht über Reiseerfahrungen in den USA 1975
aus: Niederdeutsch heute Seite 248
Prof. Dr. Hans Taubken
Ich hatte in meiner Kindheit zwar ein plattdeutsches Ohr, aber keine plattdeutsche Zunge, das heißt: meine nicht gerade umfangreichen Kenntnisse des Plattdeutschen waren mehr passiver Art.
Daß der Niedergang der niederdeutschen Sprache mit einem Ereignis im Weltall zusammenhängen könnte, mag auf den ersten Blick unwahrscheinlich erscheinen. Als aber im Herbst 1957 die Sowjetunion die beiden Satelliten Sputnik I und II mit der Polarhündin Leika in den Weltraum katapultierte, wurde dieses Ereignis zu einem wesentlichen Auslöser der bildungs- und gesellschaftspolitischen Diskussionen und Reformen der 60er Jahre. Es entstand die sogenannte „Sputnik-Generation”, die mit Kurzschuljahren in das Bildungssystem eingeführt, mit der Abschaffung der Volksschule und der Zwergschulen weiterbetreut und schließlich, nun schon in den 70er Jahren, mit der Einführung der reformierten Oberstufe beglückt wurde. Mengenlehre, englische Sprache und nicht zuletzt die Popmusik haben das Denken (und Handeln?) dieser Generation geprägt, zu der zu zählen auch ich mich glücklich schätzen darf
Denn eigentlich, das muß man offen bekennen, fehlte es uns, den Kindern und Ju¬gendlichen der 60er und 70er Jahre, an nichts. Alles konnten wir werden, haben, erreichen, nur eines war verpönt – die plattdeutsche Sprache und die damit verbundene traditionelle Lebenswelt auf dem Lande, die als ein entscheidender Hemmschuh für „fortschrittliche Entwicklung” von Bildung uni Gesellschaft und vor allem bei der korrekten Erlernung der schwierigen hochdeutschen Sprache angesehen wurde.
Auch in unserem münsterländischen Landstädtchen vermieden es unsere Eltern ganz bewußt, ihre überlieferte Mundart an uns weiterzugeben. Aus uns sollte schließlich etwas werden: Lehrer, Beamter oder gar Ingenieur. Plattdeutsch konnte bei solchen Bildungszielen nur hinderlich sein.
So plagten wir uns mit „mir” und „mich” oder „wem” und „wen”, wobei den Möglichkeiten zur grammatikalischen Hilfestellung durch unsere Erzieher gelegentlich enge Grenzen gesetzt waren. Nur wer Glück hatte, konnte bei Großeltern, Verwandten oder Nachbarn auch plattdeutsche Grundkenntnisse aufschnappen – und das in der Heimat von Augustin Wibbelt und Karl Wagenfeld, Anton Aulke und Natz Thier.
Aber – ehrlich gesagt – so richtig vermißt haben wir als Kinder und Jugendliche das Plattdeutsche damals nicht. Ganz sang- und klanglos verschwand innerhalb einer Generation das Plattdeutsche aus vielen Familien und aus der Öffentlichkeit.
Mit Ausnahme der Stadt Lingen, wo es nur noch wenige Mundartsprecher gibt, aber die meisten Alteinheimischen Plattdeutsch doch noch verstehen, hat sich im übrigen Kreise Lingen die Mundart als tägliche Verkehrssprache hinsichtlich ihres Lautsystems und ihrer typischen Sprachform noch einigermaßen gut erhalten. Aber als bedauerliche Tatsache ist zu verzeichnen, daß manche altertümliche Wörter von der Jugend nicht mehr benutzt werden, ja auch den Alten nur noch schwer erinnerlich sind. Es sind dies Wörter für kleine Tiere, Kräuter und umgangssprachliche Ausdrücke, die ich in der Zeit zwischen etwa 1910 bis 1914 aus dem damals noch lebendigen Wortschatz notieren konnte. Neubelebung des Alten aber wird im Kreise erstrebt u. a. auch durch mundartliche Beiträge in den für den Kreis Lingen von der Lehrerschaft unter der beseelenden Leitung des vorn E ichsfeld stammenden Emsbürener Lehrers Chr. Oberthür herausgegebenen „Heimatkundlichen Lesebogen”. Durch dieses Mittel soll auch der altertümliche Lingensche Wortschatz der Jugend wieder näher gebracht werden.
Verwertung der ungemischten Heimatsprache für die gute Reimdichtung und Prosa-Erzählung ist erst vor kurzem Tatsache geworden, indem die begabte, heute ungefähr fünfzigjährige, in Meppen tätige Gewerbe-Oberlehrerin Maria Mönch-Tegeder, ein Kind des gleichnamigen Hofes in Mehringen, Kirchspiel Emsbüren, ihre unverfälschte plattdeutsche Muttersprache in urwüchsiger Form in die Literatur eingeführt hat. Ihr Buch „Land unner Gottes Thron” (von Dr. Alma Rogge gewürdigt in „Niedersachsen” 52, 1952, S. 30) und ihre geistreiche realistische Schilderung „Plattdütske Romräse mit Härohm, Köster und Börgermester” und kleinere Schöpfungen sind die ersten wirklich bodenständigen Sprachdenkmäler, die der Lingensche Sprachraum aufzuweisen hat. Früher haben sich „Ausländer” wohl in der Lingenschen Mundart versucht, so der vom Hümmling stammende bekannte Pastor B. Köster, der in Spelle und Lengerich tätig war. Sein Roman „Bur, holl faste wat du häst”, in der Oranierzeit spielend, bemüht sich um das Lingener Platt. Der aus dem Osnabrücker Land stammende Lehrer Joseph Tiesmeyer (gest. in Emsbüren) und der 1933 in Spelle verstorbene Lehrer Heinrich Wellmann haben zwar auch mundartliches Sprachgut gesammelt, aber Lautung und Sammelgut sind aus anderer Mundart gemischt, hauptsächlich aus der Osnabrücker Landschaft.
Forschungsmittel zur Erhaltung der Lingener Mundart
Um die akustischen Werte der Lingener Hauptmundarttypen der künftigen Forschung zu überliefern, habe ich im Jahre 1950 drei Magnetophonbandaufnahmen gemacht, und zwar von den Ortsmundarten Bawinkel, Berge (Kirchspiel Emsbüren) und Lohne (Kirchspiel Schepsdorf), im Jahre 1951 von zwei weiteren, nämlich Freren und Mehringen (Kirchspiel Emsbüren), für jede dieser Mundarten je 147 Sätze und eine freie Erzählung. Die diesem Aufsatz beigefügten Sprachkarten beruhen auf einer Auswahl des landeskundlich Wichtigsten aus rund 300 Einzelkarten. Ausführlicher soll der bis jetzt nach direkter Methode gesammelte Sprachstoff in einer Darstellung der ganzen emsländischen Sprachlandschaft behandelt werden.
aus: Baader, Theodor, Mundarten: Der Kreis Lingen im nordwestdeutschen Sprachraum in: Pohlendt, Der Landkreis Lingen, Bremen 194, Seite 242
Im November 2012 wird mein Enkel Mats Bernd Robben geboren.
Seine Eltern leben in direkter Nachbarschaft zu uns weniger als hundert Meter entfernt.
Beide sind als Lehrpersonen berufstätig. Mein Wunsch, meinen Enkel von Anfang an in der plattdeutschen Sprache zu begleiten, wird von beiden Elternteilen begrüßt. Sie werden mit ihrem Sohn hochdeutsch sprechen.
Diese verabredete unterschiedliche Sprachsituation gestaltet sich praktisch so, dass ich nahezu durchgehend täglich mit ihm zusammen bin. Seine sprachliche Entwicklung läuft also in regelmäßiger Selbstverständlichkeit völlig unproblematisch bilingual ab.
Die plattdeutsche Sprachanwendung durch seinen Großvater nimmt er bis zu einem Alter von 3 Jahren und 4 Monaten als selbstverständlich hin. Wie aus heiterem Himmel bringt er zu diesem Zeitpunkt deutlich Kritik an: Opa, du sagst immer “Water” , Mama und Papa aber “Wasser” . Aber Papa und Mama haben Recht, ich will nicht mehr plattdeutsch mit dir sprechen.
Wir haben in dieser Situation Familienrat abgehalten mit dem Ergebnis, dass ich vorläufig weiterhin mit ihm plattdeutsch sprechen solle. Als er dann erneut nach etwa zwei Wochen deutlich macht, dass auch ich mit ihm hochdeutsch sprechen soll, habe ich von mir aus das Plattdeutsche aufgegeben – vor allen Dingen auch mit der Frage: Mit wem soll Mats Bernd denn in zwanzig Jahren noch plattdeutsch sprechen?
Mehrfach habe ich mittlerweile von ähnlichen negativen Erfahrungen anderer Omas und Opas Kenntnis bekommen.
Erläuterungen zu dem Brief von Prof. Dr. Utz Maas:
Zunächst die eigene Einschätzung von Dr. Maas, der bei seinen Studierenden durchaus als Hardliner bekannt war:
Von Ihren gründlichen und reflektierten Vorüberlegungen bin ich sehr beeindruckt.
Eigentlich geht das gar nicht, was nun kommt: Eine Reihe von Lehrstuhlinhabern Niederdeutsch bestätigen übereinstimmend einem Dorfschulmeister, dass er ein Optimum in ihrem angestammten Wissenschaftsbereich liefert.
Alle waren sehr angetan von ihrem Vorhaben und den Vorarbeiten. Im Rahmen des Machbaren (…) handelt es sich sicherlich um ein Optimum.
Im nächsten Satz kommt noch die Steigerung: Der damalige Plattdeutschpapst Prof. Dr. Stellmacher (Lehrstuhlinhaber an der Uni Göttingen und derzeitiger Chef des Niederdeutschen Institutes in Bremen) bringt eine Beschreibung und Auswertung seiner Plattdeutschbefragung im gesamten niederdeutschen Sprachbereich heraus und eben dieser Dorfschulleiter aus dem Emsland wagt es, diesen Fachwissenschaftlicher zu kritisieren:
Von dieser Untersuchung (Robben) sind wichtige Differenzierungen gegenüber den allzu undifferenzierten Ergebnissen der GETAS – Umfrage (Prof. Dr. Stellmacher) zu erwarten.
Prof. Dr. Ludger Kremer – mittlerweile emeritiert – war lange Jahre an der Universität in Antwerpen als Sprachwissenschaftler tätig. Er hat mich mehrfach bei meiner Arbeit hier im Emsland unterstützt.
Das beste Lob für Ihre Vorarbeiten liegt vielleicht darin, dass der Kollege Kremer für seine 1991 geplante Wiederholung der Umfrage im westmünsterländlichen Raum Ihre Erweiterung seines Fragebogens übernehmen will. Mit den Ergebnissen Ihrer Untersuchung hätten wir dafür ein vorzügliches Instrument in den Händen.
Und nun der sicher ehrlich gemeinte Wunsch des Wissenschaftlers.
In diesem Sinne kann ich Ihnen nur wünschen, dass Sie für die Durchführung Ihres Vorhabens die nötige Unterstützung im dienstlichen Bereich, aber auch bei den materiellen Ressourcen finden und nicht zuletzt: dass Sie den Mut und die Energien für ein so aufwändiges Vorhaben weiterhin aufbringen.
Nun lag erstmals eine Untersuchung von aktiver und passiver Kompetenz vor.
KOMMENTAR zum Landschaftstag 2012 im Kloster Frenswegen. Veranstalter war die Emsländische Landschaft
Ostfriesen nacheifern
Von Ludger Jungeblut
Plattdeutsch fasziniert bis heute. Deshalb ist es vornehmste Aufgabe der Emsländischen Landschaft, sich um den Erhalt und um die Verbreitung der niederdeutschen Sprache zu kümmern, die den Bewohnern der Region eine unverwechselbare Identität gibt.
Die Emsländische Landschaft widmete dieser Thematik am 16. November 2012 im Kloster Frenswegen einen ganzen Landschaftstag.
Ehrgeizige Ziele wurden gesteckt.
Doch die Zwischenbilanz sei ambivalent, stellte jetzt der Geschäftsführer der Emsländischen Landschaft, Josef Grave, in der Mitgliederversammlung in Lingen ehrlicherweise fest.
Einige Projekte ließen sich nicht verwirklichen, während andere Vorhaben im Zusammenhang mit Kindergärten auf gutem Weg seien.
Die Herausforderung ist groß. denn Plattdeutsch ist inzwischen in Städten wie zum Beispiel Lingen fast völlig verschwunden. Jetzt rächt es sich, dass viele Schulen im hiesigen Raum in den Sechziger-und Siebzigerjahren des vorigen Jahrhunderts Plattdeutsch aus dem Unterricht regelrecht verbannten.
Es bleibt also spannend, ob es doch noch gelingt, die plattdeutsche Sprache langfristig zu erhalten und in dieser Hinsicht den Ostfriesen nachzueifern. Landschaftspräsident Hermann Bröring wird im Team mit vielen Mitstreitern nichts unversucht lassen, dieses große Ziel zu erreichen.
Der Sprachwissenschaftler Professor Dr. Utz Maas stellt auf einer Fachtagung in Herford in Zusammenarbeit mit den Fachkollegen Prof. Dr. Ludger Kremer (Antwerpen), Prof. Dr. Niebaum (Groningen) und Prof. Dr. Hans Taubken (Münster) fest (s. u.) :
Von dieser Untersuchung sind wichtige Differenzierungen gegenüber den allzu undifferenzierten Ergebnissen der GETAS Befragung zu erwarten.
Hier tritt also ein Schulpraktiker gegen einen Hochschullehrer an und dessen Kollegen stellen fest:
Alle waren sehr angetan von Ihrem Vorhaben und den Vorarbeiten. Im Rahmen des Machbaren (jedenfalls bei den institutionalen Rahmenbedingungen, unter denen Sie die Untersuchung durchführen wollen) handelt es sich sicherlich um ein Optimum.
Während die GETAS – Befragung unter Prof. Dr. Stellmacher (Universität Göttingen) ca. 330.000 DM kostete, fielen bei der Untersuchung im Emsland lediglich etwa 6.000 DM an Kosten an, weil keine Personalkosten zu zahlen waren…
Dr. Stellmacher erklärt:
Eine großangelegte und repräsentativ ausgerichtete Untersuchung zur Lage des Niederdeutschen heute, bei der die Datensammlung in Zusammenarbeit mit der GETAS professionell erfolgen sollte, ist nicht billig. Für die finanzielle Absicherung traten die Deutsche Forschungsgemeinschaft mit einem Beitrag von 224 000,- ein und die Bremer Wolfgang – Ritter – Stiftung, die die Restfinanzierung besorgte (20 000,-). Nicht zu vergessen sind die vom Institut für niederdeutsche Sprache übernommene Kosten für die Voruntersuchung und die Hochschullehrergespräche. (Seite 11/12)
Brief von Prof. Dr. Menke an Herrn Göken (Lk Emsland)
Sehr geehrter Herr Göken,
auf Ihre Rückfrage hin darf ich Ihnen antworten, daß von unserer Seite durch meinen Mitarbeiter, Herrn Frerk Möller, folgende Arbeiten durchgeführt werden:
Erarbeitung der Kodieranweisung,
Einweisung eines Mitarbeiters (beim Landkreis) in die Datenspeicherung,
rechnerische Auswertung des in den Computer eingegebenen Datenmaterials (mit Fehlerbereinigung) = Strukturierung.
Die Kodierung der Fragebögen selbst (nach der Kodieranweisung)
und die Dateneingabe sollte durch einen Ihrer Mitarbeiter erfolgen.
Uns müßte dann nur die fertige Diskette zugeleitet werden.
Herr Möller, der Ihnen den genauen Arbeitsablauf alsbald selbst noch einmal mitteilen wird, erbittet für seine Arbeitsleistung einen Betrag in Höhe von DM 3.500,00 (dreitausendfünfhundert), Dieser Betrag entspricht den Unkosten, die seinerzeit von mir für eine vergleichbare Arbeit (flächendeckende Mikrozensus-Erhebung im nordfriesischen Regiolektraum) ausgezahlt wurden (Werkvertrag).
So hoffe ich, daß die Untersuchung alsbald fortgesetzt werden kann und bin mit freundlichen Grüßen